Der Sturm auf die Düppeler Schanzen

Die Düppeler Schanzen wurden am heutigen Tag (1864) von unserem Prinzen Friedrich Karl von Preußen erstürmt und damit die Befreiung unserer deutschen Herzogtümer Schleswig und Holstein eingeläutet, die natürlich auf ewig ungeteilt bleiben müssen. Zwar standen unseren 37,000 preußischen Recken nur 11,000 Dänen gegenüber, aber diese hatten sich in einer stark befestigten Feldstellung verschanzt und überhaupt zählen die Dänen ohnehin zu den streitbaren Völkerschaften, weshalb man über diese auch schon mal in der Überzahl siegen darf. Zwar haben unsere – zum Glück sehr seltenen – Kriege gegen die Skandinavier immer den Hauch des Bruderkampfes, aber man kann ja der lieben Verwandtschaft deswegen nicht alles durchgehen lassen… Der liebe Krieg ist ja bekanntlich die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. In diesem Fall der Bismarckschen Politik und daher erläutert uns unser Eiserner Kanzler Otto von Bismarck in seinen Gedanken und Erinnerungen, was es mit dem Dänischen Krieg von 1864 genau auf sich hat: http://www.zeno.org/Geschichte/M/Bismarck,+Otto+von/Gedanken+und+Erinnerungen

„Zu meinem Nachfolger in Paris war Graf Robert von der Goltz ernannt worden, der seit 1855 Gesandter in Athen, Konstantinopel und Petersburg gewesen war. Meine Erwartung, daß das Amt ihn diszipliniert, der Übergang von der schriftstellerischen zu einer geschäftlichen Tätigkeit ihn praktischer, nüchterner gemacht und die Berufung auf den derzeit wichtigsten Posten der preußischen Diplomatie seinen Ehrgeiz befriedigt haben würde, sollte sich nicht sogleich und nicht völlig erfüllen. Am Ende des Jahres 1863 sah ich mich zu einer schriftlichen Erörterung mit ihm genötigt, die leider nicht vollständig in meinem Besitz ist; von seinem Briefe vom 22. Dezember, welcher den unmittelbaren Anlaß dazu gab, ist nur ein Bruchstück vorhanden, und in der Abschrift meiner Antwort fehlt der Eingang. Aber auch so hat dieselbe ihren Wert als Schilderung der damaligen Situation und als Beleuchtung der daraus hervorgegangenen Entwicklung. „Berlin, den 24. Dezember 1863 Was die dänische Sache betrifft, so ist es möglich, daß der König zwei auswärtige Minister habe, d.h. daß der wichtigste Posten in der entscheidenden Tagesfrage eine der ministeriellen Politik entgegengesetzte Immediat bei dem Könige vertrete. Die schon übermäßige Friktion unsrer Staatsmaschine kann nicht noch gesteigert werden. Ich vertrage jeden mir gegenüber geübten Widerspruch, sobald er aus so kompetenter Quelle wie die Ihrige hervorgeht; die Beratung des Königs aber in dieser Sache kann ich amtlich mit Niemandem teilen, und ich müßte, wenn Seine Majestät mir dies zumuten sollte, aus meiner Stellung scheiden. Ich habe dies dem Könige bei Vorlesung eines Ihrer jüngsten Berichte gesagt; S.M. fand meine Auffassung natürlich, und ich kann nicht anders als an ihr festhalten. Berichte, welche nur die ministeriellen Anschauungen widerspiegeln, erwartet Niemand; die Ihrigen sind aber nicht mehr Berichte im üblichen Sinne, sondern nehmen die Natur ministerieller Vorträge an, die dem König die entgegengesetzte Politik von der empfehlen, welche er mit dem gesamten Ministerium im Konzil selbst beschlossen und seit vier Wochen befolgt hat. Eine, ich darf wohl sagen scharfe, wenn nicht feindselige Kritik dieses Entschlusses ist aber ein anderes Ministerprogramm und nicht mehr ein gesandtschaftlicher Bericht. Schaden kann solche kreuzende Auffassung allerdings, ohne zu nützen; denn sie kann Zögerungen und Unentschiedenheiten hervorrufen, und jede Politik halte ich für eine bessere als eine schwankende. Ich gebe Ihnen die Betrachtung vollständig zurück, daß eine „an sich höchst einfache Frage preußischer Politik“ durch den Staub, den die dänische Sache aufrührt, durch die Nebelbilder, welche sich an dieselbe knüpfen, verdunkelt wird. Die Frage ist, ob wir eine Großmacht sind oder ein deutscher Bundesstaat, und ob wir, der ersteren Eigenschaft entsprechend, monarchisch oder, wie es in der zweiten Eigenschaft allerdings zulässig ist, durch Professoren, Kreisrichter und kleinstädtische Schwätzer zu regieren sind. Die Jagd hinter dem Phantom der Popularität ›in Deutschland‹, die wir seit den vierziger Jahren betrieben, hat uns unsre Stellung in Deutschland und in Europa gekostet, und wir werden sie dadurch nicht wiedergewinnen, daß wir uns vom Strome treiben lassen in der Meinung, ihn zu lenken, sondern nur dadurch, daß wir fest auf eignen Füßen stehen und zuerst Großmacht, dann Bundesstaat sind. Das hat Österreich zu unserm Schaden stets als richtig für sich anerkannt, und es wird sich von der Komödie, die es mit deutschen Sympathien spielt, nicht aus seinen europäischen Allianzen, wenn es überhaupt solche hat, herausreißen lassen. Gehen wir ihm zu weit, so wird es scheinbar noch eine Weile mitgehen, namentlich mitschreiben, aber die 20 Prozent Deutsche, die es in seiner Bevölkerung hat, sind kein in letzter Instanz zwingendes Element, sich von uns wider eignes Interesse fortreißen zu lassen. Es wird im geeigneten Momente hinter uns zurückbleiben und seine Richtung in die europäische Stellung zu finden wissen, sobald wir dieselbe aufgeben. Die Schmerling’sche Politik, deren Seitenstück Ihnen als Ideal für Preußen vorschwebt, hat ihr Fiasko gemacht. Unsre von Ihnen im Frühjahr sehr lebhaft bekämpfte Politik hat sich in der polnischen Sache bewährt, die Schmerling’sche bittere Früchte für Österreich getragen. Ist es denn nicht der vollständigste Sieg, den wir erringen konnten, daß Österreich zwei Monate nach dem Reformversuch froh ist, wenn von demselben nicht mehr gesprochen wird und mit uns identische Noten an seine früheren Freunde schreibt, mit uns seinem Schoßkinde, der Bundestags-Majorität, drohend erklärt, es werde sich nicht majorisieren lassen? Wir haben diesen Sommer erreicht, wonach wir 12 Jahre lang vergebens strebten, die Sprengung der Bregenzer Koalition, Österreich hat unser Programm adoptiert, was es im Oktober v. J. öffentlich verhöhnte; es hat die preußische Allianz statt der Würzburger gesucht, empfängt seine Beihilfe von uns, und wenn wir ihm heut den Rücken kehren, so stürzen wir das Ministerium. Es ist noch nicht dagewesen, daß die Wiener Politik in diesem Maß en gros et en détail von Berlin aus geleitet wurde. Dabei sind wir von Frankreich gesucht, Fleury bietet mehr, als der König mag; unsre Stimme hat in London und Petersburg das Gewicht, was ihr seit 20 Jahren verloren war; und das acht Monate, nachdem Sie mir die gefährlichste Isolierung wegen unsrer polnischen Politik prophezeiten. Wenn wir jetzt den Großmächten den Rücken drehen, um uns der in dem Netze der Vereinsdemokratie gefangenen Politik der Kleinstaaten in die Arme zu werfen, so wäre das die elendste Lage, in die man die Monarchie nach Innen und Außen bringen könnte. Wir würden geschoben statt zu schieben; wir würden uns auf Elemente stützen, die wir nicht beherrschen und die uns notwendig feindlich sind, denen wir uns aber auf Gnade oder Ungnade zu ergeben hätten. Sie glauben, daß in der ›deutschen öffentlichen Meinung‹, Kammern, Zeitungen etc. irgend etwas steckt, was uns in einer Unions- oder Hegemonie-Politik stützen und helfen könnte. Ich halte das für einen radikalen Irrtum, für ein Phantasiegebilde. Unsre Stärkung kann nicht aus Kammern- und Preßpolitik, sondern nur aus waffenmäßiger Großmachtspolitik hervorgehen, und wir haben nicht nachhaltiger Kraft genug, um sie in falscher Front und für Phrasen und Augustenburg zu verpuffen. Sie überschätzen die ganze dänische Frage und lassen sich da durch blenden, daß dieselbe das allgemeine Feldgeschrei der Demokratie geworden ist, die über das Sprachrohr von Presse und Vereinen disponiert und diese an sich mittelmäßige Frage zum Moussieren bringt. Vor zwölf Monaten hieß es zweijährige Dienstzeit, vor acht Monaten Polen, jetzt Schleswig-Holstein. Wie sahen Sie selbst die europäische Lage im Sommer an? Sie fürchteten Gefahren jeder Art für uns und haben in Kissingen kein Hehl gemacht über die Unfähigkeit unsrer Politik; sind denn nun diese Gefahren durch den Tod des Königs von Dänemark plötzlich geschwunden, und sollen wir jetzt an der Seite von Pfordten, Coburg und Augustenburg, gestützt auf alle Schwätzer und Schwindler der Bewegungspartei, plötzlich stark genug sein, alle vier Großmächte zu brüskieren, und sind letztere plötzlich so gutmütig oder so machtlos geworden, daß wir uns dreist in jede Verlegenheit stürzen können, ohne etwas von ihnen zu besorgen zu haben?“

Da mit der Erstürmung der Düppeler Schanzen unser deutscher Belt vom Dänenjoch befreit worden ist, darf das Deutschlandlied niemals nicht bei unserer heutigen Siegesfeier fehlen! https://www.youtube.com/watch?v=1_AQjNBVYFk

„Deutschland, Deutschland über alles,

Über alles in der Welt,

Wenn es stets zu Schutz und Trutze

Brüderlich zusammenhält,

Von der Maas bis an die Memel,

Von der Etsch bis an den Belt –

Deutschland, Deutschland über alles,

Über alles in der Welt!

Deutsche Frauen, deutsche Treue,

Deutscher Wein und deutscher Sang

Sollen in der Welt behalten

Ihren alten schönen Klang,

Uns zu edler Tat begeistern

Unser ganzes Leben lang –

Deutsche Frauen, deutsche Treue,

Deutscher Wein und deutscher Sang!

Einigkeit und Recht und Freiheit

Für das deutsche Vaterland!

Danach lasst uns alle streben

Brüderlich mit Herz und Hand!

Einigkeit und Recht und Freiheit

Sind des Glückes Unterpfand –

Blüh im Glanze dieses Glückes,

Blühe, deutsches Vaterland!“

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Unternehmen Marita

Im Rahmen unseres Unternehmens Martia hat am heutigen Tag 1941 Illyrien die Waffen gestreckt. Keine zwei Wochen hielten die Illyrier dem Ansturm unserer Panzergruppe Kleist und unserer II. Armee stand. Letztere befehligte unser Feldmarschall Maximilian von Weichs, erstere natürlich unser Feldmarschall Ewald von Kleist. Länger hielt Griechenland der XII. Armee unseres Feldmarschalls Wilhelm Lists stand, was aber nicht nur an der höheren Kampfkraft der griechischen Truppen, sondern auch an den starken griechischen Stellungen (Metaxas-Linie) lag. Die Engländer haben einige Divisionen nach Griechenland geworfen, sind dann aber schnell wieder abgezogen. Die Sache mit Griechenland ist bedauerlich, aber dieses stand seit 1940 mit Italien im Krieg, wollte von einer deutschen Vermittlung nichts wissen und stand zudem mit England im Bunde. In Illyrien hatte ein Staatsstreich, angezettelt von den Engländern und Amerikanern, eine uns Deutschen freundlich gesonnene Regierung durch eine feindselige ersetzt und so mußte dem Unfug ein Ende bereitet werden. Überhaupt mußte auf Südosteuropa ein wachsames Auge geworfen werden, da unsere deutsche Kriegswirtschaft von den Erdöllieferungen aus Rumänien abhängig war. Aus diesem Grund folgte auf den Unternehmen Marita auch das Unternehmen Merkur, mit dem die Insel Kreta gesichert wurde, die sonst von den Engländern zum Luftwaffenstützpunkt ausgebaut worden wäre. Unsere deutsche Streitmacht beim Unternehmen Marita betrug 680,000 Mann, 1200 Panzer und 700 Flugzeuge und die Italiener stellten 565,000 Mann, 163 Panzer und 460 Flieger ins Feld. Dem standen 800,000 illyrische Kriegsknechte mit 200 Panzern und 450 Flugzeugen, 430,000 Griechen und 62,000 englische Kriegsknechte mit 100 Panzern und 300 Flugzeugen gegenüber. Die Illyrer verloren 375,000 Mann (die meisten davon Gefangene), die Griechen 279,000 Mann (davon ebenfalls die meisten Gefangene) und die Engländer 17,000 Mann (der Großteil wieder Kriegsgefangene). Unser deutsches Verlust betrug 5000 Mann (blutsparend ist die Panzerwaffe fürwahr). Die Italiener hatten aber 101,000 Gefallene, Verwundete und Fahnenflüchtige. Beim Unternahmen Marita hat sich unsere Panzergruppe Kleist einmal mehr ausgezeichnet und so bekommt sie bei unserer heutigen Siegesfeier ihren epischen Schlachtgesang gespielt: https://www.youtube.com/watch?v=C5thdVc8R6M

Im Westen haben wir es einst bewiesen,

wo wir dabei, da brach die stärkste Kraft.

Ob hoch die Berge, sumpfig auch die Wiesen,

wir haben jedes Hindernis geschafft.

Wir rollten an, und ob wir Opfer zollten,

unser ’st der Sieg, wo wir viel siegen wollten.

Voran! Voran!

Panzer voran!

Voran, voran, so donnern die Motoren,

voran, voran, wir sind dem Sieg verschworen.

Uns trägt und treibt des Führers Geist,

wir sind die Panzergruppe Kleist, die Panzergruppe Kleist!

Und wieder ist des Führers Ruf ergangen

und wieder liefen die Motoren an.

Von neuem unsre alten Lieder klangen,

die Gruppe Kleist stand bis zum letzten Mann.

Und alle nur von einem Geist getragen:

Den Feind zu treffen, und den Feind zu schlagen!

Voran! Voran!

Panzer voran!

Voran, voran, so donnern die Motoren,

voran, voran, wir sind dem Sieg verschworen.

Uns trägt und treibt des Führers Geist,

wir sind die Panzergruppe Kleist, die Panzergruppe Kleist!

Der Balkan bot uns seine schwersten Pässe,

unwirtlich und in Nacht und Schnee verhüllt.

Durch Wege, die verschlammt und voller Nässe,

hat jedes Fahrzeug den Befehl erfüllt.

Die Räder glitschten und die Raupen wühlten,

wenn sie mit metertiefem Schlamme spielten.

Voran! Voran!

Panzer voran!

Voran, voran, so donnern die Motoren,

voran, voran, wir sind dem Sieg verschworen.

Uns trägt und treibt des Führers Geist,

wir sind die Panzergruppe Kleist, die Panzergruppe Kleist!

Nichts war zu schwer, als daß es nicht gelungen,

wir wurden Sieger über Belgerad.

Wir haben jeden Widerstand bezwungen

und machten Schluß mit einem falschen Staat.

Denn wer es wagt, mit England zu paktieren,

muß deutschen Schwertes ganze Härte spüren.

Voran! Voran!

Panzer voran!

Voran, voran, so donnern die Motoren,

voran, voran, wir sind dem Sieg verschworen.

Uns trägt und treibt des Führers Geist,

wir sind die Panzergruppe Kleist, die Panzergruppe Kleist!

Im Osten warfen wir die Sowjethorden

vom Bug bis weit hinab zum Asowmeer,

Im schwersten Kampf sind Sieger wir geworden

und schlugen Stalins stärkstes Panzerheer.

Und war der Tod auch oft zu Gast geladen,

unsterblich sind mit uns die Kameraden.

Voran! Voran!

Panzer voran!

Voran, voran, so donnern die Motoren,

voran, voran, wir sind dem Sieg verschworen.

Uns trägt und treibt des Führers Geist,

wir sind die Panzergruppe Kleist, die Panzergruppe Kleist!

Wir wissen nicht, wie morgen die Befehle,

wohin uns morgen unser Schicksal treibt.

Wir wissen nur, daß die Soldatenseele

bei uns auf allen unsern Märschen bleibt.

Von Kleist befiehlt der Name gibt Vertrauen,

in jeden Feind als Männer dreinzuhauen.

Voran! Voran!

Panzer voran!

Voran, voran, so donnern die Motoren,

voran, voran, wir sind dem Sieg verschworen.

Uns trägt und treibt des Führers Geist,

wir sind die Panzergruppe Kleist, die Panzergruppe Kleist!“

Der alte Barbarossa

Von diesem Kaiser gehen viele Sagen im Schwange. Er soll noch nicht tot sein, sondern bis zum Jüngsten Tage leben, auch kein rechter Kaiser nach ihm mehr aufgekommen. Bis dahin sitzt er verhohlen in dem Berg Kyffhausen, und wann er hervorkommt, wird er seinen Schild hängen an einen dürren Baum, davon wird der Baum grünen und eine bessere Zeit werden. Zuweilen redet er mit den Leuten, die in den Berg kommen, zuweilen läßt er sich auswärts sehen. Gewöhnlich sitzt er auf der Bank an dem runden steinernen Tisch, hält den Kopf in die Hand und schläft, mit dem Haupt nickt er stetig und zwinkert mit den Augen. Der Bart ist ihm groß gewachsen, nach einigen durch den steinernen Tisch, nach andern um den Tisch herum, dergestalt, daß er dreimal um die Rundung reichen muß bis zu seinem Aufwachen, jetzt aber geht er erst zweimal darum. Ein Bauer, der 1669 aus dem Dorf Reblingen Korn nach Nordhausen fahren wollte, wurde von einem kleinen Männchen in den Berg geführt, mußte sein Korn ausschütten und sich dafür die Säcke mit Gold füllen. Dieser sah nun den Kaiser sitzen, aber ganz unbeweglich. Auch einen Schäfer, der einstmals ein Lied gepfiffen, das dem Kaiser wohlgefallen, führte ein Zwerg hinein, da stand der Kaiser auf und fragte: „Fliegen die Raben noch um den Berg?“ Und auf die Bejahung des Schäfers rief er: „Nun muß ich noch hundert Jahre länger schlafen.“

Lesen wir bei den Gebrüdern Grimm in den deutschen Sagen über unseren Kaiser Friedrich I. – genannt Rotbart – und da langsam aber sicher die Götterdämmerung anzubrechen scheint, so wollen wir unserem Staufer einmal mehr in Erinnerung rufen. Besungen hat die Sage um unseren Kaiser Rotbart unser Dichter Friedrich Rückert und die Vertonung davon soll nun in deutschen Landen abermals erklingen: https://www.youtube.com/watch?v=5kkF70LQkSA

Der alte Barbarossa,

der Kaiser Friederich,

im unterird’schen Schlosse

hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben;

er lebt darin noch jetzt.

er hat im Schloß verborgen

zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen

des Reiches Herrlichkeit

und wird einst wiederkommen

mit ihr zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,

darauf der Kaiser sitzt;

der Tisch ist marmorsteinern

worauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse;

er ist von Feuersglut,

ist durch den Tisch gewachsen,

worauf sein Kinn ausruht.

Er nickt als wie im Traume;

sein Aug‘ halb offen zwinkt,

und je nach langem Raume

er einen Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:

Geh hin vors Schloß, oh Zwerg,

und sieh, ob noch die Raben

herfliegen um den Berg!

Und wenn die alten Raben

noch fliegen immerdar,

so muss ich auch noch schlafen

verzaubert hundert Jahr.“

Die zweite Schlacht an der Aisne

Einen großen deutschen Abwehrsieg gibt es heute zu feiern. Im Jahre 1917 nahm nämlich die Zweite Schlacht an der Aisne ihren Anfang. Bis Ende Mai sollte sie toben und in ihr versuchten die Gallier vergeblich mit 68 Divisionen die 41 Divisionen unserer I. und VII. Armee aus dem Feld zu schlagen. Befehligt hat unsere I. Armee dabei unser General Fritz von Below und unsere VII. Armee unser Generaloberst Max von Boehn. Geleitet haben die Zweite Schlacht an der Aisne unser Feldmarschall Paul von Hindenburg und unser General Erich Ludendorff, auch als Oberste Heeresleitung bekannt. Die Gallier wurden von ihrem Monty Nivelle derart unsinnig verheizt, daß deren Truppen zum Schluß gemeutert haben. Ihr Verlust betrug bis zu 300,000 Mann, mit 163,000 Gefallenen war aber leider auch unsere deutsche Einbuße sehr hoch. Die Wacht am Rhein darf bei unserer heutigen Panzersiegesfeier mal wieder nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=oKkRS4rL6Pw

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,

wie Schwertgeklirr und Wogenprall:

Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!

Wer will des Stromes Hüter sein?

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,

und aller Augen blitzen hell:

der deutsche Jüngling, fromm und stark,

beschirmt die heilige Landesmark.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Er blickt hinauf in Himmelsauen,

wo Heldengeister niederschaun,

und schwört mit stolzer Kampfeslust:

Du, Rhein, bleibst deutsch wie meine Brust!“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Und ob mein Herz im Tode bricht,

wirst du doch drum ein Welscher nicht.

Reich wie an Wasser deine Flut

ist Deutschland ja an Heldenblut.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

So lang ein Tropfen Blut noch glüht,

noch eine Faust den Degen zieht,

und noch ein Arm die Büchse spannt,

betritt kein Feind hier deinen Strand.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,

die Fahnen flattern hoch im Wind:

Zum Rhein, zum Rhein, am deutschen Rhein!

Wir alle wollen Hüter sein!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

So führe uns, du bist bewährt;

In Gottvertrauen greif’ zu dem Schwert,

Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!

Und tilg‘ die Schmach mit Feindesblut!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!“

Dank einem erbeuteten Befehl waren wir Deutschen recht schnell im Bilde darüber, was die Gallier mit der zweiten Schlacht an der Aisne bezweckten. Dazu die amtliche Verlautbarung:

Während die deutschen Stellungen an der Aisne und in der Champagne vom 6. April an unter schwerstem Trommelfeuer lagen, drangen an den verschiedensten Stellen deutsche Stoßtrupps in die französischen Gräben vor und brachten Gefangene ein. Bei einer dieser gelungenen Unternehmungen fiel auch ein französischer Befehl in unsere Hände, der in klarster Weise uns die Ziele zeigt, die die französische oberste Heeresleitung mit dem am 16. endlich erfolgten Angriff in der Gegend nördlich Reims erreichen wollte. Unsere Linie läuft dort, bei Berry-au-Bac die Aisne überschreitend, im allgemeinen längs des Aisne-Marne-Kanals bis in die Gegend südlich von Courcy, und zwar zunächst nördlich, dann südlich des Kanals. Der gefundene Befehl sagt, daß das französische 32. Korps, auf beiden Seiten der Aisne vorgehend, am ersten Tage nach Durchbruch der deutschen Linie vorstoßen soll bis in die Linie Aumenancourt – Brienne – Evergnicourt – Proviseux – Prouvais. Südlich des 32. Korps hatte die 37. Division den Auftrag, zunächst – ebenfalls nach Durchbruch der deutschen Stellungen – bis an die Suippes zwischen Orainville und Merlet vorzudringen, dann nach Osten einzuschwenken und südlich Aumenancourt Anschluß an den rechten Flügel des 32. Korps zu gewinnen. Im Anschluß an die 37. Division solle die 14. Division das Fort Brimont und die östlich anschließenden Stellungen nehmen. In dem in unsere Hände gefallenen Befehl folgen dann noch Einzelanordnungen für die Truppen der betreffenden Divisionen. Die Absicht der Franzosen war also, auf diesem Teil des weiten Gefechtsfeldes der Aisne-Champagne eine großzügige, nach Osten gerichtete Umfassungsbewegung gegen den Teil der deutschen Stellung bei Brimont auszuführen. Aussagen von Gefangenen, die weiter nördlich gemacht wurden, beweisen, daß auch dort ähnlich weite Angriffsziele gegeben waren. Wie sieht es nun in Wirklichkeit heute am Tage nach Beginn des französischen Angriffs aus? Wohl ist unsere erste deutsche Linie durch das während zehn Tage anhaltende ununterbrochene französische Feuer aller Kaliber nur noch eine Trichterstellung, wohl sind an einzelnen Stellen die Franzosen in diese frühere erste Linie eingedrungen, was aber um so weniger wundernehmen kann, als die Truppenführer dort in richtiger Erkenntnis der Lage und um das wertvolle Menschenmaterial nach Möglichkeit zu schonen, die frühere erste Linie, wenn überhaupt, so nur ganz dünn besetzt hatten. An vielen Stellen ist es im Laufe des Nachmittags des 16. April bereits gelungen, den eingedrungenen Gegner durch glänzende Gegenangriffe wieder hinauszuwerfen. Abgesehen von für die Gesamtlage bedeutungslosen Einbuchtungen der früheren ersten und zweiten Linie befindet sich die deutsche Stellung in der angegebenen Gegend fest in unserer Hand. Von den weitgesteckten Zielen, die die französische oberste Heeresleitung ihren Korps und Divisionen für den ersten Angriffstag des Kampfes an der Aisne gesteckt hatte, und die sie über zehn Kilometer hinter die vorderste deutsche Stellung wiesen, ist nichts erreicht. Die angreifenden Truppen haben ihren Mißerfolg mit den schwersten Opfern bezahlen müssen, während die schon erwähnten vorausschauenden Maßnahmen deutscher Truppenführung die deutschen Verluste wesentlich eingeschränkt haben.“

König Heinrich I.

Der Wahl Heinrichs I. (genannt der Finkler) zum deutschen König wollen wir Panzertiere heute ein wenig gedenken. Nach dem Erlöschen der Karolinger begründete er unser Kaiserhaus der Liudolfinger oder Ottonen, welches rund hundert Jahre die Geschicke unseres alten deutschen Reiches lenken sollten. Als er 919 zu Fritzlar von den Franken und Sachsen zum deutschen König gewählt wurde, bestand die Gefahr, daß sich Schwaben und Bayern vom Reichsverband lösen konnten. Jedoch mußten sich die Herzöge Burchard und Arnulf schon sehr bald unserem König Heinrich fügen. Im Jahre 925 gewann unser König Heinrich Lothringen zurück. Bei der Abwehr der Ungarn kam ihm ein Waffenstillstand zu Gute, der ihm einige Jahre Zeit verschaffte. In dieser Zeit wurden umfangreiche Burgen gebaut und das Heer durch Kriege mit den Slawen geübt. Daher konnten die Ungarn dann auch 933 in der Schlacht bei Riade besiegt werden. Im Jahre 909 hatte unser König Heinrich die Immedingerin Mathilde geheiratet, mit der er die drei Söhne Otto, Heinrich und Bruno sowie die zwei Töchter Gerberga hatte. Otto wurde sein Nachfolger und erhielt den Beinamen der Große. Heinrich wurde zum Herzog von Bayern ernannt und Bruno erhielt das Kölner Erzbistum. Gerberga heiratete Herzog Giselher von Lothringen und Hadwig Hugo von Gallien. Aus der für ungültig erklärten Ehe mit Hatheburg hatte unser König Heinrich noch einen Sohn namens Thankmar, den er allerdings reichlich stiefmütterlich behandelte. Mit der Wacht am Rhein würdige ich unseren König Heinrich, eingedenk der Rückgewinnung Lothringens: https://www.youtube.com/watch?v=oKkRS4rL6Pw

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,

wie Schwertgeklirr und Wogenprall:

Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!

Wer will des Stromes Hüter sein?

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,

und aller Augen blitzen hell:

der deutsche Jüngling, fromm und stark,

beschirmt die heilige Landesmark.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Er blickt hinauf in Himmelsauen,

wo Heldengeister niederschaun,

und schwört mit stolzer Kampfeslust:

Du, Rhein, bleibst deutsch wie meine Brust!“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Und ob mein Herz im Tode bricht,

wirst du doch drum ein Welscher nicht.

Reich wie an Wasser deine Flut

ist Deutschland ja an Heldenblut.“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

So lang ein Tropfen Blut noch glüht,

noch eine Faust den Degen zieht,

und noch ein Arm die Büchse spannt,

betritt kein Feind hier deinen Strand.“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,

die Fahnen flattern hoch im Wind:

Zum Rhein, zum Rhein, am deutschen Rhein!

Wir alle wollen Hüter sein!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

So führe uns, du bist bewährt;

In Gottvertrauen greif’ zu dem Schwert,

Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!

Und tilg‘ die Schmach mit Feindesblut!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!“

Beim Widukind hören wir nun davon wie unser König Heinrich Lothringen von den Galliern zurückgewonnen hat:

Dieser Lothar war nämlich der Sohn Kaiser Ludwigs, des Sohnes Karls des Großen, seine Brüder waren Karl und Ludwig. Karl fielen die Länder Aquitanien und Waskonien zu, und er hatte zur Grenze Barcelona, eine Stadt Spaniens im Westen, im Norden das britannische Meer, und im Süden den Alpenzug, gegen Osten aber den Fluß Maas. Das Reich zwischen Maas und Rhein fiel dem Lothar zu. Ludwig aber gebot vom Rhein bis an die Grenzen Illyriens und Pannoniens und bis zum Flusse Adora und dem Gebiete der Dänen. Unter diesen Gebrüdern ward der berühmte Kampf zu Phontinith geschlagen, bevor jene Teilung des Reichs zu Stande kam. Nachdem sie aber einmal geschehen, blieb sie unverrückt, bis dem Erbrechte gemäß alle diese Reiche an Karl fielen, den Ahnherrn des jetzt regierenden Lothars, dessen wir schon früher Erwähnung getan. Zu diesem kam Einer von den Ostfranken, Namens Oda, ein tapferer kluger Mann, und bewirkte durch seinen Rat, daß mit den Dänen, welche schon viele Jahre das Reich Karls beunruhigten, glücklich gekämpft, und ihrer an einem Tage an hunderttausend getötet wurden. Hierdurch gewann Oda Ansehen und Auszeichnungen, und ward vom Könige als der Erste nach ihm bezeichnet, während er, als er ankam, sich mit der Begleitung eines einzigen Knechtes begnügt hatte. Karl aber befahl dem Oda auf seinem Totenbette, seiner Gnade eingedenk zu sein, und die ihm erwiesene Treue seinem Sohne, falls ihm einer geboren würde, nicht zu versagen. Denn er hatte damals noch keinen Sohn, aber die Königin war schwanger, und als nach des Vaters Tode ein Sohn geboren wurde, gab ihm Oda das Reich, so wie den Namen seines Vaters. Aber Kaiser Arnulf, welcher den älteren Karl aus Germanien verdrängt hatte, eignete sich nach dessen Tode sein ganzes Reich zu. Ihm übergab Oda sowohl die Krone, als das Szepter und den übrigen königlichen Schmuck, und erhielt das Reich seines Herrn durch Arnulfs Gnade. Daher ist bis auf dm heutigen Tag Streit über das Reich zwischen dem Stamme der Karolinger und den Nachkommen Odas, sowie auch zwischen den Karolingern und den Königen der Ostfranken über das Reich Lothars. Deshalb zog Heinrich mit Heeresmacht gegen Karl, schlug wiederholt dessen Heer, und dem Tapfern half das Glück. Denn Hugo, dessen Vater Robert, Odas Bruder, von Karls Heeren getötet worden war, sandte hin und fing ihn durch List, und setzte ihn in ein Staatsgefängnis bis ans Ende seines Lebens. Da aber König Heinrich den Fall Karls hörte, ward er bekümmert, und staunte über den Wechsel des Glücks, der Menschheit gemeinsames Los, weil sich jener ebenso sehr durch Frömmigkeit wie durch Tapferkeit im Kriege ausgezeichnet hatte. Und er hielt es für geraten, vom Kriege abzusehen, hoffte aber, eher durch List die Lotharinger besiegen zu können, weil dieses Volk gewandt, an Ränke gewöhnt, stets fertig zum Krieg, und zu Veränderungen geneigt war. Um diese Zeit lebte unter den Lotharingern Einer mit Namen Christian, der, wie er sah, daß dem Könige Alles glückte, nach einer Gelegenheit suchte, von ihm durch größere Gnade geehrt zu werden; so rief er, eine Krankheit vorgebend, Giselbert zu sich, welchem die Herrschaft über das Land als Nachfolger seines Vaters zugefallen war, nahm ihn durch List gefangen, und lieferte ihn König Heinrich in Haft. Es war aber Giselbert von edlem Geschlecht und alter Familie. Der König empfing diesen hocherfreut, weil er durch ihn allein das ganze Reich Lothars zu erhalten meinte. Später, als er sah, daß der Jüngling sich sehr tüchtig erwies, und durch Abstammung und Macht, auch durch Reichtum hervorragte, fing er an ihn freundlich zu behandeln; schließlich verlobte er ihn mit seiner Tochter, Namens Gerberga, und fesselte ihn ebenso durch Verwandtschaft wie durch Freundschaft an sich, nachdem er ihm das ganze Reich Lothars anvertrauet hatte.“

Feldmarschall Friedrich von Wrangel

Sage und schreibe 82 Jahre tat unser Feldmarschall Friedrich von Wrangel Dienst in unserem preußischen Heer. Er diente den Königen Friedrich Wilhelm II., Friedrich Wilhelm III., Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm dem Großen, dessen Wahl zum deutschen Kaiser er miterleben durfte. Geboren wurde unser Friedrich von Wrangel 1784 in Stettin. Als Sohn eines preußischen Generalmajors trat er 1796 in unser preußisches Heer ein. In den Befreiungskriegen kämpfte er in den Schlachten von Preußisch-Eylau und der Völkerschlacht bei Leipzig. Im drauf folgenden Frieden setzte er seine Laufbahn fort und führte 1848 unsere Preußen gegen die Dänen. Doch wandten sich diese Memmen an die Gallier, Russen und Engländer und so mußte der Feldzug leider abgebrochen werden. Im selben Jahr bereitete er dem liberalen Spuk in Berlin ein Ende. Im Jahre 1864 durfte unser Friedrich von Wrangel abermals gegen die Dänen zu Felde ziehen. Dabei machte ihm das Alter schwer zu schaffen und so mußte er in den Ruhestand gehen. Zum Deutschen Krieg von 1866 und dem Gallierkrieg von 1870-71 meldete er sich dennoch freiwillig, ohne sich allerdings abermals in den Kampf stürzen zu können. Unserem Friedrich von Wrangel wurden (unter anderem) der Blaue Verdienstorden Friedrichs des Großen, das Eiserne Kreuz, der Hausorden der Hohenzoller und den Roten und Schwarzen Adlerorden verliehen. Geheiratet hat er 1810 Lydia von Below, mit der er drei Söhne hatte. Das Pommernlied habe ich mir für unserem Feldmarschall von Wrangel ausgesucht: https://www.youtube.com/watch?v=LA8Lxl00u34

Wenn in stiller Stunde Träume mich umwehn,

bringen frohe Kunde Geister ungesehn,

reden von dem Lande meiner Heimat mir,

hellem Meeresstrande, düsterm Waldrevier.

Weiße Segel fliegen auf der blauen See,

weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh’,

blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand;

Pommerland, mein Sehnen ist dir zugewandt!

Aus der Ferne wendet sich zu dir mein Sinn,

aus der Ferne sendet trauten Gruß er hin;

traget, laue Winde, meinen Gruß und Sang,

wehet leis und linde treuer Liebe Klang!

Bist ja doch das eine auf der ganzen Welt,

bist ja mein, ich deine, treu dir zugesellt;

kannst ja doch von allen, die ich je gesehn,

mir allein gefallen, Pommerland, so schön!

Jetzt bin ich im Wandern, bin bald hier, bald dort,

doch aus allen andern treibt’s mich immer fort:

Bis in dir ich wieder finde meine Ruh,

send ich meine Lieder dir, o Heimat, zu!“

Bei unserem Geschichtsschreiber Ferdinand von Meerheimb (Graf von Wrangel. Königlich Preußischer Generalfeldmarschall“) hören wir nun von den dunklen Jahren zwischen 1806 und 1813: https://archive.org/details/bub_gb___c2AAAAYAAJ

Nach der Schlacht bei Pultusk zog sich Benningsen nach Ostpreußen zurück, L’Estocq erhielt am 2. Februar Befehl sich mit der russischen Armee zu vereinigen und fand, am 7. spät abends in Rossitten eingetroffen, den Befehl am 8. früh sechs Uhr auf dem Rendezvous in Hussehnen zu stehen. Da er die Stellung der russischen und französischen Armee nicht kannte, erhielt von Wrangel den Auftrag bei sternenheller Nacht, strenger Kälte und fußhoch liegendem Schnee mit 15 Dragonern nach dem drei Meilen entfernten Preußisch-Eylau zu reiten, um die Stellung der russischen Truppen zu erkunden. Durch zwei berittene Forstbeamte geführt, ging es in schnellem Tempo an den von Franzosen besetzten Dörfern und an ihren Lagern vorüber, der Kampfplatz des gestrigen Tages war bald erreicht – von Wrangel ritt nach dem rechten Flügel der russischen Truppen und erhielt von Offizieren die nötigen Nachrichten über die am 7. erlittenen Verluste, die Stellung des Heeres und über Benningsens Absicht den Kampf am 8. fortzusetzen. Noch vor sechs Uhr morgens erreichte Wrangel Rossitten und stattete L’Estocq die Meldung über seine erfolgreiche Rekognoszierung ab. Bald nach der Schlacht bei Preußisch-Eylau wurde das Regiment Auer der Division Rembow zugeteilt, L’Estocq stand als rechtes Flügelkorps zum Schutze von Königsberg, – dann beschloß Benningsen nach dem Falle von Danzig der vorausgesetzten Offensive Napoleons zuvorzukommen; das preußische Korps sollte Bernadotte an der Passarge festhalten, die Division Rembow den Brückenkopf bei Spanden nehmen. Der Angriff der Division, an welchem das Regiment – nunmehr Zieten-Dragoner – geringen Anteil nahm, wurde mit 500 Mann Verlust zurückgeschlagen. Am 9. Juni marschierte Benningsen nach Heilsberg, die Division Rembow war dem russischen General Kaminsky zugeteilt worden; als am folgenden Tage die Avantgarde der russischen Armee zurückgedrängt war, dann auf Grolmans Rat wieder vorging, warfen Zieten-Dragoner und die Towarczys die französische Kürassier-Division Espagne nach mörderischem Gefecht auf die Infanterie zurück, die tapfern Dragoner drangen in feindliche Batterien ein und hieben die Bedienungsmannschaften nieder. Dann griff das Dragonerregiment feindliche Infanterie an, die aus dem Lawder Gehölz vorging; ein Teil der Infanterie formierte Karrees, wurde aber von der Leib-Schwadron, die von Wrangel in diesem Moment führte, gesprengt und niedergehauen. Kaminsky rühmte laut die treffliche Haltung der preußischen Kavallerie an diesem Tage; von Wrangel, der einen Schuß in die Schulter erhalten, aber bei der Truppe geblieben war, erhielt den Orden Pour-Le-Merite – eine für seinen Rang seltene Auszeichnung – und den russischen Wladimir-Orden 4. Klasse. Bald wurden die Truppen der Alliierten bis hinter die Memel zurück gezogen und der Friede zu Tilsit am 9. Juli geschlossen. Leutnant von Wrangel war voll tiefer Trauer über das schwere Geschick seines Vaterlandes und das Unglück seines geliebten Königs, aber Hoffnung und Vertrauen verließen ihn nicht, er blieb in Preußen, statt in fremden Heeren gegen Napoleon zu kämpfen, und harrte auf eine bessere Zeit, die er durch treueste Pflichterfüllung herbeiführen half. Die Wenigen, die in jener schweren Zeit noch zu hoffen wagten, die sich frischen Mut und ein kräftiges Selbstvertrauen erhalten, waren ein fester Halt für viele Schwankende und Zweifelnde, sie haben die innere Wiedergeburt des Vaterlandes und die große Zeit der Befreiung möglich gemacht. Die Reorganisation der Armee führte König Friedrich Wilhelm III. unter den schwierigsten Verhältnissen, mit der Hilfe von Scharnhorst, Gneisenau, Grolman und Boyen durch; das Regiment Zieten-Dragoner wurde von elf auf acht Schwadronen reduziert und in zwei Regimenter – das ostpreußische (Nummer III) und das westpreußische Kürassierregiment (Nummer IV) – geteilt; von Wrangel kam zum ostpreußischen Regiment, das in Königsberg und Wehlau seine Garnison hatte, er wurde am 19. März 1808 zum Premierleutnant ernannt, fand sich aber gekränkt, weil der jüngere Leutnant von Auer, der 1807 seinen Abschied erbeten und als Stabsrittmeister erhalten, ihm vorgezogen sei, obwohl General von Zieten ihn bereits zum Rittmeister vorgeschlagen hatte. Er reichte mit Genehmigung seiner Kommandeure ein Gesuch um Beförderung zum Rittmeister ein und erhielt am 18. April 1809 folgende Kabinettsorder: „Obgleich die als Rittmeister erfolgte Verabschiedung des Leutnant von Auer auf Euch gar keinen Bezug hat, und Ihr Euch dadurch in keiner Weise gekränkt fühlen könnt, so will Ich Euch doch auf Euer Gesuch zum Stabsrittmeister ernennen, und ist solches dem Regiment bekannt gemacht. Friedrich Wilhelm.Diese Kabinettsorder ist ein Beweis, daß von Wrangels Verdienste von seinem Könige anerkannt waren, und er zu den vorzugsweise empfohlenen Offizieren der Armee gehörte. Im Frühjahr 1810 hatte er ein Duell mit dem Leutnant von Schachtmeyer, der mit ihm in derselben Schwadron diente; infolge dessen erhielt er vier Wochen Festungsarrest in Pillau, sein Gegner sechs Monat in Graudenz. Als von Wrangel nach vielen Jahren als kommandierender General bei seiner ersten Inspektionsreise nach Pillau kam, ließ er sich das Zimmer zeigen, in dem er damals seinen Arrest verbüßt – es trägt seitdem den Namen Wrangelsruhe. Am 26. Dezember desselben Jahres vermählte er sich mit seiner Cousine Fräulein Lydia von Below, Tochter des Landstallmeisters zu Trakehnen, Friedrich von Below und dessen Gemahlin Friederike geborene von Stiern. Am 20. September 1811 wurde von Wrangel zum wirklichen Rittmeister und Eskadronschef ernannt; in seinem neuen Wirkungskreise unermüdlich tätig, wußte er seine Schwadron bald zu einem Muster für alle in der Armee zu machen…“

Generaloberst Hermann Hoth

Am heutigen Tag im Jahre 1885 wurde unser Generaloberst Hermann Hoth in Neuruppin in Brandenburg geboren. Schon im Vierjährigen Krieg kämpfte er für unser deutsches Vaterland und zwar im Stabsdienst bei unserer VIII. und X. Armee, welche die berühmten Schlachten von Tannenberg, an den Masurischen Seen und die Winterschlacht in Masuren geschlagen haben. Zuletzt war er erster Generalstabsoffizier bei unserer XXX. Infanteriedivision. Der Dolchstoß der Novemberverbrecher vermochte unseren Hermann Hoth nicht zu fällen und so widmete er sich sich ab 1938 dem Aufbau unseres XV. Armeekorps, das motorisiert war. Im Polenfeldzug kämpfte er mit diesem bei unserer X. Armee im Rahmen unserer Heeresgruppe Süd. Beim Feldzug gegen Gallien 1940 war unser Hermann Hoth mit seinem XV. Armeekorps unserer Heeresgruppe A unterstellt und wirkte daher bei der Verwirklichung von Mansteins berühmten Sichelschnitt mit, der Gallien in nur sechs Wochen zu Fall brachte. Beim Rußlandfeldzug führte er anfangs unsere Panzergruppe III zum Sieg in den Schlachten von Bialystok, Smolensk und Wjasma zum Sieg. Mit unserer XVII. Armee siegte er 1942 bei Charkow und erhielt schließlich unsere IV. Panzerarmee, mit der er zwar unsere VI. Armee nicht mehr retten, diese aber bei Charkow rächen konnte. Dank Mansteins berühmter Panzerrochade. Der vorzeitige Abbruch unseres Unternehmens Zitadelle kostet ihn sein Kommando, nachdem er zuvor bei Kursk ordentlich Kleinholz gemacht hat. Mit seiner Gattin Lola hatte er den Sohn Joachim. Unser Panzerlied darf bei der Geburtstagsfeier für den Befehlshaber unserer Panzergruppe III und unserer IV. Panzerarmee natürlich nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=jEIm3pe5wbA

„Ob’s stürmt oder schneit,

Ob die Sonne uns lacht,

Der Tag glühend heiß

Oder eiskalt die Nacht.

Bestaubt sind die Gesichter,

Doch froh ist unser Sinn,

Ist unser Sinn;

Es braust unser Panzer

Im Sturmwind dahin.

Mit donnernden Motoren,

Geschwind wie der Blitz,

Dem Feinde entgegen,

Im Panzer geschützt.

Voraus den Kameraden,

Im Kampf stehen wir allein,

Stehen wir allein,

So stoßen wir tief

In die feindlichen Reihn.

Wenn vor uns ein feindliches

Heer dann erscheint,

Wird Vollgas gegeben

Und ran an den Feind!

Was gilt denn unser Leben

Für unsres Reiches Heer?

Ja Reiches Heer?

Für Deutschland zu sterben

Ist uns höchste Ehr.

Mit Sperren und Minen

Hält der Gegner uns auf,

Wir lachen darüber

Und fahren nicht drauf.

Und drohen vor uns Geschütze,

Versteckt im gelben Sand,

Im gelben Sand,

Wir suchen uns Wege,

Die keiner sonst fand.

Und läßt uns im Stich

Einst das treulose Glück,

Und kehren wir nicht mehr

Zur Heimat zurück,

Trifft uns die Todeskugel,

Ruft uns das Schicksal ab,

Ja Schicksal ab,

Dann wird uns der Panzer

Ein ehernes Grab.“

Dazu lese ich in Panzeroperationen, dem Panzerbuch von unserem Hermann Hoth, weiter und unser verehrter Herr Generaloberst bringt nun unseren Clausewitz auf den neusten Stand:

„Wer heute Kriegsgeschichte nicht als reine Geschichtsforschung betreibt, sondern aus ihr Lehren ziehen will für eine spätere Kriegführung, muß zu dem Problem Stellung nehmen, wieweit der Gebrauch atomarer Waffen die Kriegführung grundlegend verändert hat. Sind Lehren, die wir aus Erfahrungen früherer Kriege glauben ziehen zu können, noch gültig für künftige Kriege? Die öffentliche Meinung ist angesichts der technischen Umwälzungen im Kriegswesen bereit, diese Frage mit einem lauten„Nein“ zu beantworten. Um diese „Neinsager“ zu widerlegen, wird es in unserm Zeitalter, das sowenig geneigt ist, ewige Werte gelten zu lassen, auch kaum genügen, die zeitlose, bleibende Gültigkeit von Kriegslehren, die aus früheren Kriegen geschöpft sind, einfach zu behaupten. Jene, die den Wert von Kriegserfahrungen bezweifeln, werden darauf verweisen, daß die Luftwaffe zur Zeit die Trägerin kriegsentscheidenden neuen Vernichtungswaffe, der Atom- und Wasserstoffbombe, ist und damit in der Tat aus der Rolle der Hilfswaffe zum „überragenden Faktor der Gesamtstrategie“, mindestens in der ersten Phase des Krieges, aufgerückt ist. Die neuen Waffen werden aber nicht die gesamte Kriegführung in gleichem Maße beeinflussen. Sie werden die Strategie und die Taktik voraussichtlich stärker erfassen als die Operationen. Da wir uns in diesem Buch mit „Operationen“ beschäftigen werden, ist es notwendig, diesen Begriff zu begrenzen. Clausewitz kannte nur eine Einteilung der Kriegführung in Strategie und Taktik; Begriffe wie„Operationsbasis“, „Operationslinien“ zählte er zur Strategie, „Märsche“ zur Strategie oder Taktik. Seine Abneigung gegen alles, was an „Manövrierkunst“ des 18. Jahrhunderts erinnerte, führte ihn zu einer Vernachlässigung der Bedeutung operativer Bewegungen. In nichtmilitärischen Kreisen wird der Begriff „strategisch“ häufig da angewandt, wo der Soldat höchstens den Ausdruck „taktisch“ gebrauchen würde. Die zunehmende Komplizierung der Kriegführung durch die Ausdehnung der Kriegsschauplätze, durch die Massenheere und ihre Versorgung, durch das immer stärkere Eindringen der Technik, die ganz neue Waffenzweige, vor allem die Luftwaffe, neben Heer und Marine schuf, das Auseinanderfallen der früheren Einheit der Kriegsleitung in politische, parlamentarische, wirtschaftliche und militärische Instanzen und Faktoren – das alles führte schon im 19. Jahrhundert vor allem in Deutschland dazu. die Strategie auf eine höhere Stufe zu stellen, als sie Clausewitz im Auge hatte, und den Begriff „Operationslehre“ von ihr zu trennen und zwischen Taktik und Strategie einzuordnen. Von den nun vorhandenen drei Begriffen: Strategie, Operation, Taktik ist die „Taktik“ am genauesten abzugrenzen. Sie ist ganz eigentlich das Gebiet des Kampfes und des Kämpfers. Clausewitz bezeichnet die Taktik als „die Lehre vom Gebrauch der Streitkräfte im Gefecht“. Das entspricht auch unsern heutigen Anschauungen, wenn sich auch die Maße räumlich und zeitlich um ein Vielfaches ausgedehnt haben. Heute beginnt die taktische Handlung nicht erst am ersten Schlachttage, sondern durch die Einwirkung der Luftwaffe schon auf dem Anmarsch zur Schlacht. Und die Schlacht, die sich auf ausgedehnten Fronten austobt. und sich tage- und wochenlang hinzieht, sehen wir dennoch als eine taktischen Einheit, da die modernen Nachrichtenmittel den persönlichen Befehl auch hier auf weiteste Entfernung ermöglichen.“

Tiroler Volksaufstand

Oh, Lieb‘ auf Tod und Leben

Für Freiheit, Vaterland

Wohnt nur bei dir, o Armut?

Beweis das Haus am Sand.

Ich seh’s, zwar nur im Bilde,

In seiner Berge Ring,

Öd wie die Hütt‘, in welcher

Das Dasein ich empfing.

Doch schon beim ersten Anblick

Stand vor der Seele mir

Es sonnenklar: „Zum Helden

Gedeih’n konnt‘ er nur hier.“

Des Kindes wie des Mannes

Beschränkt‘ Gedankenchor

Klomm stets die Felsenwände

Zur Himmelsschwell’ empor.

Dem Irdischen entkeimet,

Traun, Göttliches wohl nie,

Und alle großen Taten,

Vom Himmel stammen sie.

Mir graut vor Blutvergießen,

Vor wechselseit’gem Mord

Von Wesen, die zu Brüdern

Erschuf des Höchsten Wort.

Und muss, im grauen Kampfe

Auf Leben nun und Tod,

Der Schar das Beispiel geben,

Zu steuern unsrer Not!

O nähm’ als Sühnungsopfer

Der allgemeinen Schuld

Mein Leben hin der Himmel,

Wie dankt‘ ich seiner Huld!

Es soll nicht sein; euch fallen

Zu Hunderten soll ich

An meiner Seite sehen,

Und dann rafft Tod auch mich!

Sieh, Herr, mich auf den Knien,

Das Angesicht im Staub

Der Erde, meiner Amme!

Sieh, für Gefahren taub,

Zu dir empor uns flehen

Für Mütter, Weib und Kind,

Dass du alsdann sie schützest,

Wenn wir gefallen sind!“

Kann länger hier nicht weilen,

O Weib, ich muss hinaus;

Muss zu den Brüdern eilen,

Zu schützen Land und Haus.“

Da tönt’s von allen Seiten:

Der Hofer führt uns an!“

– Bedenkt’s!… Doch wollt ihr’s Brüder,

Mit Gott! ich geh‘ voran.

Tut, was ihr tun mich sehet,

Folgt treulich meinem Rat!

Der Himmel tut das Seine,

Beschützt die gute Tat. –

Es stürmt gedrängt der Baier

Den engen Pass herauf;

Nicht eines Älplers Kugel

Entstiegt umsonst dem Lauf.

Und eine Baumlawine

Zermalmt der Feinde Rest;

Da ziehn durch Innsbrucks Tore

Die Sieger einst zum Fest.

Und sieh! es naht ein Bote

Aus dem entfernten Wien.

Es danket dir der Kaiser

Für deinen treuen Sinn;

Und sendet diese Kette,

Die er getragen, dir.“

– Gebt Gott allein die Ehre,

Der uns erlöst, nicht mir! –

Und auf die Knie sinket

Auf offnem Markt der Held;

Laut betet er zum Himmel,

Und dankt dem Herrn der Welt.“

So besingt unsere Dichterin Elisabeth Kulmann den Anführer unseres Tiroler Volksaufstandes. Dieser brach 1809 los, als unsere Österreicher einmal mehr zu den Waffen gegen Napoleon griffen. Hold war ihnen die Kriegsgöttin dabei allerdings nicht und mag auch der Sieg bei Aspern, den unser Erzherzog Karl erfochten hat, ein Lichtblick gewesen sein, so besiegelte die Niederlage Österreichs bei Wagram auch das Schicksal unserer wackeren Tiroler. Drei Mal gelang es unserem Andreas Hofer und seinen Recken ihr heiliges Land Tirol von den Galliern zu befreien, aber in der Vierten Schlacht auf dem Bergisel unterlagen sie der feindlichen Übermacht. Der Kampf wurde zwar fortgesetzt, aber mit der Gefangennahme und Ermordung Andreas Hofers in Mantua erlosch der Widerstand allmählich. Bei unserem Geschichtsschreiber Beda Weber in „Andreas Hofer und das Jahr 1809“ beginnt der Aufstand in Tirol nun: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10011738_00001.html

„Der bescheidene Oberst Myllius riet, die Sache einstweilen ruhen zu lassen, da ein Blutvergießen nur die bedenklichsten Folgen haben könne. Und in der Tat zogen nach seinem Rate die Soldaten wieder nach Innsbruck zurück. Auch in der Gegend von Imst und in Vinschgau, wo ähnlicher Widerstand sich zeigte, wurde gewaltsames Einschreiten eingestellt. Anders handelte man im Etschkreise. Der Generalkommissar Graf von Welsberg, der in der Karwoche die Abhaltung der gewöhnlichen Kirchenzeremonien verboten hatte, ging gleichwohl mit Klugheit in der Soldatenaushebung zu Werke. Nirgends wurde ein Widerstand versucht, außer im Tale Fleims. Oberstleutnant Dittfurt rückte in’s letztere Tal ein, sprengte mit Feuergewehren die Bauern von Predazzo auseinander, und lieferte die 14 vorzüglichsten Rädelsführer gefangen nach Trient, wo sie zur Einsperrung auf der Festung Mantua verurteilt wurden. Dieses Gewaltverfahren regte den ganzen welschen Süden von Tirol auf, und ein tödlicher Haß erwachte gegen den Urheber desselben. Der Name Dittfurt hatte so bösen Klang, daß er erst nach Jahren ganz verscholl. Irregeführt durch seinen leichten Sieg, eilte Dittfurt nach München, und schilderte die Bezähmung des widerspenstigen Bauerngeistes so leicht, daß er auch die Zentralbehörde in falsche Ruhe einwiegte. Er kehrte als Oberst des Regimentes Kinkel zurück. Am 1. April 1809 ward das Gerücht vom nahen Ausbruche des Krieges immer stärker. Die Regierung selbst mußte daran glauben, hatte aber noch immer kein Gefühl von den angezettelten Fäden des Volksaufstandes. Amtliche Erlasse, welche zur Treue an den Bestand der Dinge ermahnten, klangen wie bittere Ironie. Unaufhörlich zogen französische Truppen aus Italien nach Deutschland, und kosteten dem Lande viel, da sie gegen ursprüngliche Zusage auch verpflegt werden mußten. Und mitten in dieser immer mehr zunehmen den Unsicherheit aller Dinge zeigte sich von Seite der bestehenden Regierung eine merkwürdige Hast, aus erobertem Staatsgute so schnell als möglich Geld in die Kassen zu liefern. Am 4. April wurde sogar das Kapuzinerkloster in Meran versteigert. Österreichs Generalissimus Erzherzog Karl setzte die Armee am 1. März auf den Kriegsfuß. Eine Erklärung des Erzherzogs Johann ward nach Tirol geschmuggelt, des Inhaltes, daß Österreich den Krieg beginne, weil Napoleon den Presburger Frieden gebrochen habe, und auf die Mitwirkung Tirols rechne, weil im Betreff desselben der achte Artikel des Friedensschlusses verletzt worden sei, nach welchem Tirol von Baiern unter Aufrechthaltung seiner alten Rechte und Privilegien hätte besessen werden sollen. Man rechne auf den Beitritt der übrigen deutschen Völker, um das Joch des übermütigen Frankreichs zu zertrümmern. Am 8. April ging der Kaiser Franz zur Armee ab unter dem herzlichsten Aufrufe an seine Völker, sich um ihn zu sammeln. Erzherzog Johann rückte nach Villach vor, und erließ von dort ein Dekret zur Einrichtung Tirols, welches Hormayr zu früh im Drucke erscheinen ließ. Darin waren die zur Landesverwaltung berufenen Tiroler namentlich bezeichnet, und daher in den Augen der Baiern verdächtigt. Man verstand auf letzterer Seite nicht, diesen Mißgriff auszubeuten, um der österreichischen Sache auf das empfindlichste zu schaden. Martin Teimer wagte sich bis Schlanders, bestärkte dort das Einverständnis mit Österreich, und schlich nach Passeier zu Andreas Hofer. Dieser war seiner Passeirer zum nahen Kampfe bereits sicher. Durch kluge Künste wurden die tüchtigsten Männer an der ganzen Etsch mit den Plänen Österreichs vertraut gemacht. Indessen rückte die Stunde des blutigen Zusammentreffens immer näher. Am 9. April setzte sich ein Teil der österreichischen Armee gegen Tirol in Bewegung. General Chasteler überschritt bei Lienz die Grenze, unter einem unbeschreiblichen Jubel des Volkes, besonders der jungen Tiroler, welche die österreichischen Soldaten auf offener Straße umarmten. Knaben von neun Jahren mischten sich teilnehmend darunter, und brachten Brot und Wein zur Erfrischung…“

Die Schlacht bei Mollwitz

Der Jahrestag der Schlacht von Mollwitz (1741). Ich mag die Bürgerkriege nicht und daher gibt es bei der Siegesfeiern auch keinen Schlachtgesang oder Kriegslied von mir. Der ganze Schlamassel hätte so leicht vermieden werden können: Kaiser Karl VI. und der preußische Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm I. hätten ihren Kindern Friedrich und Maria Theresia einfach nur die Ehe verordnen müssen. Gemeinsam hätten unsere Preußen und Österreicher unser altes deutsches Reich erneuern und die Gallier und anderen auswärtigen Mächte in ihre Schranken weisen können – in Spanien hat das mit Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon auch geklappt. So aber hätte der unselige Streit der Häuser Hohenzollern und Habsburg beziehungsweise Lothringen unser deutsches Volk beinahe zerstört. Anstatt ihre Kräfte gegen Napoleon zu vereinigen, sahen die beiden Streithähne der Vernichtung des jeweils anderen untätig zu… Die Vorgeschichte der Schlacht lese ich bei Friedrich dem Großen vor: http://friedrich.uni-trier.de/de/volz/2/9/

„Am folgenden Tage (6. April) langte das Häuflein von dreizehn Bataillonen und fünfzehn Schwadronen nach recht beschwerlichem Marsche in Falkenberg an. Dort traf vom Obersten Stechow, der die Brücke bei Sorge mit vier Bataillonen deckte, die Meldung ein, daß der Feind sich am andern Flußufer verschanzte und schon ziemlich lebhaft auf die Preußen feuerte. Markgraf Karl marschierte sogleich mit vier Bataillonen auf Sorge und berichtete dem König, daß Lentulus auf dem andern Neißeufer mit 50 Schwadronen stände und den Übergang völlig unmöglich machte, weil das Gelände zu schmal sei, um sich zu entwickeln. Die Marschrichtung mußte also verändert werden. Man schlug den Weg nach Michelau ein, wo eine andre Brücke über die Neiße führte und wo General Marwitz schon mit den Truppen stand, die aus den Schweidnitzer Quartieren und von der Einschließung von Brieg herbeigezogen waren. Die Brücke bei Sorge wurde ungesäumt abgebrochen, und am Abend vereinigten sich alle diese verschiedenen Korps mit dem König. Am nächsten Tage (8. April) ging das Heer bei Michelau über die Neiße, in der Absicht, auf Grottkau zu marschieren. Ein Kurier, der durch diese Stadt gekommen war, traf bei dem König ein, sodaß dieser nichts besorgte. Ein dichtes Schneegestöber verfinsterte die Luft und trübte die Aussicht. Man marschierte immer weiter. Die Husaren der Vorhut kamen in das Dorf Leipe, das auf dem Wege liegt, und stießen unerwartet auf ein feindliches Husarenregiment, das dort kantonnierte. Die Preußen machten vierzig Gefangene, teils zu Fuß, teils zu Pferde. Von ihnen erfuhr man, daß Neipperg vor etwa einer halben Stunde Grottkau eingenommen hätte. Ein Leutnant Mützschefahl hatte sich dort mit 60 Mann drei Stunden lang gegen die ganze österreichische Armee verteidigt. Ferner sagten die Überläufer aus, daß der Feind am nächsten Tage nach Ohlau marschieren würde, um das schwere Geschütz fortzunehmen, das der König dort untergebracht hatte. Auf diese Nachricht wurden die verschiedenen, sämtlich in Marsch befindlichen Kolonnen der Armee zusammengezogen. Der König teilte sein Heer in vier Divisionen, die in vier nahe liegenden Dörfern kantonnierten, sodaß sie sich binnen einer Stunde vereinigen konnten. Er legte sein Hauptquartier in die Dörfer Pogarell und Alzenau und schickte von dort mehrere Offiziere an die Besatzung von Ohlau, um sein Anrücken zu melden und zwei Kürassierregimenter, die in der Nähe angekommen waren, an sich zu ziehen. Aber wegen der feindlichen Streifkorps, die die Gegend unsicher machten, konnte keiner dieser Offiziere nach Ohlau gelangen. Am anderen Tage (9. April) fiel der Schnee so dicht, daß man kaum zwanzig Schritte weit sehen konnte. Jedoch erfuhr man, daß der Feind sich Brieg genähert hätte. Dauerte das schlechte Wetter fort, so wurde die Lage der Preußen immer schlimmer. Die Lebensmittel fingen an knapp zu werden. Man mußte Ohlau zu Hilfe kommen, und im Fall eines Mißerfolges stand kein Rückzug offen. Aber das Glück ersetzte den Mangel an Vorsicht.“

Hugo Grotius

Im Jahre 1583 wurde unser großer deutscher Rechtsgelehrter Hugo Grotius in Delft geboren. Zahlreiche gelehrte Schriften und Bücher verdanken wir Deutschen unserem Grotius. Sein Buch „Über das Recht des Kriegs und des Friedens“ tragen wir Panzertiere zu seinen Ehren vor. Ich lese darin in der Lebensbeschreibung unseres Hugos weiter, die uns der Herausgeber netterweise beigefügt hat: https://archive.org/details/deshugogrotiusd01grotgoog

„Unterdess führte Grotius seine gerichtlichen Geschäfte als Advokat fort und gelangte bald zu dem bedeutenden Posten eines General-Advokaten oder Fiskal von Holland, Seeland und Westfriesland. Dennoch führt er bittere Klagen über die ruhmlos in dieser Praxis verlorene Zeit. Im Jahr 1609 erschien sein erstes staatsrechtliches Werk unter dem Titel: „Die Freiheit des Meeres.“ Es treten darin schon dieselben Grundgedanken und dieselbe Art der Behandlung hervor, wie sie in seinem späteren Hauptwerke über das Naturrecht herrschen. Es war eine Broschüre im heutigen Sinne; veranlasst durch die bei den Friedensunterhandlungen von den Spaniern gestellte Bedingung, dass die Holländer ihren Handel nach Indien für die Anerkennung ihrer Selbstständigkeit aufgeben sollten. Grotius erkennt in einem Briefe an Camerarius selbst an, dass bei dieser Schrift seine Vaterlandsliebe größer gewesen sei als die Schärfe seiner Beweise. Dennoch sind sie ganz gleicher Natur, wie in seinem großen Werke über das Naturrecht. Um dieselbe Zeit erschien auch seine Schrift: lieber das Alter der batavischen Republik; eine Tendenzschrift, zur Verteidigung der aristokratischen Partei seiner Zeit in den Niederlanden. Inmittelst hatten die theologischen Streitigkeiten über die Gnadenwahl in Holland einen politischen Charakter angenommen. Nach August in entscheidet lediglich der Ratschluss Gottes, ob ein Mensch zum ewigen Leben oder zur ewigen Verdammnis gelangt; Pelagius wollte dagegen eine Mitwirkung des Menschen dabei eintreten lassen. Luther trat bekanntlich mit Entschiedenheit auf die Seite Augustins; die gemäßigteren Reformatoren, wie Melanchton, Erasmus, neigten zu Pelagius. In Holland wurde des Pelagius Ansicht von dem Prediger Arminius lebhaft vertreten, während der Prediger Gomarus, so wie die Stadt Amsterdam mit dem Prinzen Moritz an der Meinung Augustins festhielten. Solche Streitigkeiten genügten damals, um die Bevölkerung bis in ihre untersten Schichten aufzuregen, und dies gab den Anlass, politische Zwecke damit zu verbinden. Die aristokratische Partei, zu welcher Grotius gehörte, fürchtete die wachsende Übermacht des Statthalters Moritz und hielt es mit den Remonstranten, welchen Namen die Partei der Arminianer in Folge einer remonstrierenden Staatsschrift erhalten hatte; dagegen hielt die große Masse, namentlich in Amsterdam selbst, zu Gomarus, und Moritz schloss sich dieser an, weil sie zur Förderung seiner ehrsüchtigen Pläne besser passte. Volksversammlungen, in denen die religiöse Streitfrage verhandelt wurde, führten zu gegenseitigen gewalttätigen Ausschreitungen der Menge; die Arminianisch gesinnten Provinzen errichteten eine Miliz und verlangten eine Provinzialsynode; Moritz mit dem Rat von Amsterdam wollte nur eine Generalsynode gestatten und verlangte die Entlassung der Milizen. Er setzte dies in mehreren Städten durch, halb mit Gewalt, halb durch Furcht. Oldenbarneveldt und Grotius waren die Hauptführer der aristokratischen Partei, und Letzterer war zu mehreren Gesandtschaften nach Amsterdam und Utrecht benutzt worden. Allmählich wurde jedoch die aristokratische Partei so geschwächt, dass sie 1618 in die Generalsynode zu Dortrecht einwilligte. Barneveldt und Grotius gingen als Abgesandte mit Hogebeerts dahin; hier wurden sie am 29. August 1618 auf Befehl des Prinzen Moritz verhaftet, und sodann mit Genehmigung der Generalstaaten der Prozess wegen Hochverrats gegen sie eingeleitet. Die Behandlung des Grotius im Gefängnis war hart und verräterisch; man suchte ihn zu Beschuldigungen gegen seinen Freund Barneveldt zu verleiten, drohte ihm sogar mit der Folter; allein Grotius blieb standhaft. Vor dem ernannten Gericht wurde er nur zweimal verhört, und wenn er dabei reden wollte, so schrien die Richter und verlangten, er solle auf die Fragen nur Ja oder Nein antworten. Am 12. Mai 1619 wurde Oldenbarneveldt zum Tode verurteilt und hingerichtet. Grotius sollte um Gnade bitten; allein er weigerte sich dessen beharrlich, und so wurde am 18. Mai 1619 gegen ihn auf lebenslängliches Gefängnis und Konfiskation seiner Güter erkannt. Dieselbe Strafe traf Hogebeerts. Am 5. Juni 1619 wurden Beide nach der Festung Löwenstein abgeführt und darin Jeder in ein besonderes Zimmer eingesperrt. Grotius ertrug seine ziemlich harte Gefangenschaft mit großer Ruhe und Festigkeit. Ein Trost war ihm seine Frau, welche es trotz aller Schwierigkeiten durch Beharrlichkeit erlangte, dass sie wöchentlich einige Male ihren Gatten besuchen durfte. Auch gestattete man ihm literarische Beschäftigung und die Benutzung von Büchern, die ihm von auswärts zugeschickt wurden. Grotius legte hier den Grund zu mehreren seiner späteren Werke, insbesondere zu den exegetischen über das Alte und Neue Testament. Dessenungeachtet empfand er die Entbehrung der Freiheit schmerzlich. Ein Brief vom 15. Januar 1621 an den französischen Gesandten schließt mit den Worten: „Wer die Sache kennt, weiß, daß mein einziges Verbrechen ist, dass ich und die Anderen den Staat nicht nach dem Willen Jener lenkten. Wenn ich deshalb die Freiheit, die Ehre und mein Vermögen verloren habe, so ist das nicht ohne Beispiel. Aber das ist das Härteste, dass mein schwacher Körper der Luft, und mein trauriger Geist der Freunde entbehren muss. Doch auch dies, und was noch Schlimmeres erdacht werden mag, will ich mit Gottes Beistand lieber erdulden, als Verzeihung suchen für Dinge, deren sich mein Herz nicht schuldig fühlt.“ Durch den beharrlichen Mut seiner Frau wurde er indes schneller befreit, als er gedacht hatte. Eine Kiste, kaum vier Fuß lang, diente, die Bücher für Grotius hin und her zu schicken; am 22. März 1621, wo der Kommandant abwesend war, wagte es Grotius‘ Gattin, ihren Mann dadurch zu befreien, dass sie ihn selbst statt Bücher in die Kiste packte und so von den Soldaten wegtragen ließ. Als diese die Kiste schwer fanden und sagten: „Sollte der Arminianer wohl auch darin stecken?“ antwortete Grotius‘ Gattin mit Geistesgegenwart scherzend: „Wenigstens sind es arminianische Bücher.“ Die Kiste wurde, von einer treuen Magd begleitet, in ein Fahrzeug, von da nach Goreum gebracht und in des Buchhändlers Haus getragen. Hier erst konnte sie geöffnet werden, und Grotius verließ halb ohnmächtig und entstellt die Kiste, in der er über zwei Stunden zugebracht hatte. In der Verkleidung eines Maurers gelang ihm dann die weitere Flucht. Von Antwerpen aus meldete er sie den Generalstaaten. Auf den Rat seiner Freunde ging er von da auf Umwegen und verkleidet nach Paris. Grotius‘ Gattin war anfänglich verhaftet worden, indes erkannte selbst Moritz die Großherzigkeit ihrer Tat an; sie wurde nach zwei Tagen wieder entlassen und folgte ihrem Manne im Herbst nach Paris.“

Das Wilhelmslied bekommt unser Hugo Grotius von mir zum Wiegenfest gespielt: https://www.youtube.com/watch?v=_U2HsdbbDgI

„Wilhelm von Nassau

Bin ich, von deutschem Blut

Den Vaterland getreu

Bleib‘ ich bis in den Tod

Ein Prinz von Oranien

Bin ich, frei und furchtlos

Den König von Spanien

Hab‘ ich allzeit geehrt

In Gottesfurcht zu leben

Hab‘ ich allzeit getracht’t

Darum bin ich vertrieben

Um Land, um Leute gebracht.

Aber Gott wird mich regieren,

Als ein gutes Instrument

Dass ich werd‘ wiederkehren

in des meinen Regiment.

Leidet Ihr, meine Untertanen

Die aufrecht sind von Art,

Gott wird Euch nicht verlassen,

Auch seid Ihr nun beschwert.

Der fromm begehrt zu leben,

Bittet Gott Nacht und Tag,

Dass Er mir Kraft soll geben,

Dass ich Euch helfen mag.

Leben und Gut all‘ zusammen

hab‘ ich euch nicht verschont,

meine Brüder hohen Namens

haben’s Euch auch schon gezeigt.

Graf Adolf ist geblieben,

in Friesland in der Schlacht,

seine Seel‘ im ewigen Leben

erwartet den Jüngsten Tag.

Edel und hochgeboren,

von kaiserlichem Stamm,

ein Fürst des Reichs erkoren,

als ein frommer Christenmann,

vor Gottes Wort gepriesen,

hab‘ ich, frei unverzagt,

als ein Held ohne Frieden

mein edles Blut gewagt.

Mein Schild und mein Vertrauen

seid Ihr, oh Gott mein Herr,

auf Euch so will ich bauen,

verlasst mich nimmermehr.

Dass ich doch fromm mag bleiben,

Euer Diener zu jeder Stund’,

die Tyrannei vertreiben

die mir mein Herz verwund’t.

Von Allen die mich belasten

und meine Verfolger sind,

mein Gott, wird doch bewahren

den treuen Diener dein,

dass sie mich nicht überraschen

in ihrem bösen Mut,

ihre Hände nicht d’rin waschen

in meinem unschuldigen Blut.

Als David musste flüchten

vor Saul dem Tyrann,

so hab‘ ich müssen schmachten

wie mancher Edelmann.

Aber Gott hat ihn erhoben,

erlöst aus aller Not,

ein Königreich gegeben,

in Israel sehr groß.

Nach dem Sauren werde ich empfangen

von Gott meinem Herrn das Süße,

danach so tut verlangen

mein fürstliches Gemüt.

Das ist, dass ich mag sterben

mit Ehren auf dem Feld,

ein ewig Reich erwerben

als ein getreuer Held.

Nichts tut mich mehr erbarmen

in meiner Widerkraft

als das man sieht verarmen

des Königs Länder und Gut.

Dass ihr die Spanier kränkt,

o edeles Niederland süß,

wenn ich daran denke,

mein edeles Herz das blutet.

Als ein Prinz aufgesessen

mit meiner Heereskraft,

von dem Tyrann vermessen

habe ich die Schlacht erwartet.

Die, bei Maastricht (sind) begraben,

befürchteten meine Gewalt;

meine Reiter sah man traben

sehr mutig durch das Feld.

Wenn es der Wille des Herren

zu dieser Zeit gewesen wäre,

hätte ich gern wollen abkehren

von Euch diese schwere Härte

Aber der Herr von hieroben,

der alle Dinge regiert,

den man allezeit muss loben,

und hat es nicht begehrt.

Sehr christlich war getrieben

mein prinzliches Gemüt,

standhaftig ist geblieben

mein Herz im Widersinn.

Den Herrn hab‘ ich gebeten,

aus meines Herzens Grund,

dass Er meine Sache möge retten,

meine Unschuld machen kund.

Verzeiht meine arme Schafe

die (ihr) seid in großer Not,

Euer Hirte wird nicht schlafen,

auch seid Ihr nun zerstreut.

Zu Gott sollt Euch begeben,

sein heilsam‘ Wort nehmt an,

als fromme Christen leben,

es wird hier schnell getan sein.

Vor Gott will ich bezeugen

und seiner großen Macht,

dass ich zu keinen Zeiten

den König hab‘ veracht’t.

Denn das ich Gott dem Herrn,

der höchsten Majestät

hab‘ müssen dienen

für die Gerechtigkeit“