Die Schlacht von Colombey

Die Gallier wurden im Jahre 1870 bei Colombey geschlagen und das soll heute ein wenig gefeiert werden. Der Gallische Krieg von 1870 war nämlich einfach nur episch und enthält fast ebenso viele große Schlachten gegen die Gallier wie unsere sechzehn gallischen Kriege zuvor. Unsere I. Armee traf bei Colombey mit 67,000 Mann auf 83,000 Gallier und schlug diese in die Flucht. Die Gallier zogen sich daraufhin in die Festung Metz zurück und wurden bald darin eingeschlossen und zur Aufgabe gezwungen. Mit einen Verlust von 5000 Mann haben wir zwar einen etwas höheren Verlust erlitten wie die Gallier, die 3600 Mann verloren haben, aber wie schon gesagt: Der strategische Erfolg trug zur Einkesselung der Gallier in Metz bei. Arndts Kriegslied gegen die Welschen paßt sehr schön zu unserer kleinen Siegesfeier:

„Und brauset der Sturmwind des Krieges heran,

Und wollen die Welschen ihn haben,

So sammele, mein Deutschland, dich stark wie ein Mann

Und bringe die blutigen Gaben,

Und bringe das Schrecken und bringe das Grauen

Von all deinen Bergen, aus all deinen Gauen

Und klinge die Losung: Zum Rhein! Über’n Rhein!

Alldeutschland in Frankreich hinein!

Sie wollen’s: So reiße denn, deutsche Geduld!

Reiß durch von dem Belt bis zum Rheine!

Wir fordern die lange gestundete Schuld –

Auf, Welsche, und rühret die Beine!

Wir wollen im Spiele der Schwerter und Lanzen

Den wilden, den blutigen Tanz mit euch tanzen,

Wird klingen die Losung: Zum Rhein! Über’n Rhein!

Alldeutschland in Frankreich hinein!

Mein einiges Deutschland, mein freies, heran!

Sie wollen ein Liedlein euch singen

Von dem, was sie schleichende List euch gewann,

Von Straßburg und Metz und Lothringen

Zurück sollt ihr zahlen! heraus sollt ihr gehen!

So stehe der Kampf auf Tod und auf Leben!

So klinge die Losung: Zum Rhein! Über’n Rhein!

Alldeutschland in Frankreich hinein!

Mein einiges Deutschland, mein freies, heran!

Sie wollen, sie sollen es haben!

Auf! Sammle und rüste dich stark wie ein Mann,

Und bringe die blutigen Gaben!

Du, das sie nun nimmer mit Listen zersplittern,

Erbrause wie Windsbraut aus schwarzen Gewittern!

So klinge die Losung: Zum Rhein! Über’n Rhein!

Alldeutschland in Frankreich hinein!“

Die Schlacht von Colombey ist nun geschlagen und unser Feldherr Helmuth von Moltke stellt eine kleine Nachbetrachtung für uns an: https://archive.org/details/geschichtedesdeu00moltuoft

„Der Kampf am Abend des 14. August kostete dem Angriff den erheblichen Verlust von 5000 Mann, darunter über 200 Offiziere, während die Franzosen, und zwar vornehmlich ihr 3. Korps, nur 3600 Mann einbüßten. Eine Ausnutzung des Sieges durch unmittelbare Verfolgung war natürlich durch die Werke eines großen Kriegsplatzes völlig ausgeschlossen. Schon deshalb war eine Schlacht der I. Armee an diesem Tage nicht geplant gewesen, wohl aber die Möglichkeit einer solchen vorgesehen worden. Wenn zwar bei dem späten Beginn des Kampfes nur eine Division der II. Armee der I. zu Hilfe eilen konnte, so hatte ihr Auftreten in der linken Flanke des Gegners seine Wirkung nicht verfehlt. Die Art, wie die Schlacht entstanden, schloß ihre einheitliche Leitung aus. Es waren vornehmlich nur die Avantgarden von vier Divisionen, welche das Gefecht führten, und indem schwache und nicht sogleich zu unterstützende Abteilungen mit großer Kühnheit den weit überlegenen Feind angriffen, entstanden mehrfach Krisen, welche bedenklich werden konnten, wenn der Gegner mit den eng versammelten Kräften nachdrücklicher vorging. Indes wurde sein 3. Korps von dem dicht dahinter stehenden Gardekorps nicht unterstützt. Dagegen tritt in dieser wie in den vorangegangenen Schlachten auf preußischer Seite die aus selbstständiger Entschließung hervorgehende gegenseitig geleistete Hilfe aller im Bereich des Gefechtsfeldes stehenden Kommandeure glänzend hervor. Ein wesentlicher Anteil an dem glücklichen Ausgang muß der Artillerie zugeschrieben werden. Vorauseilend unterstützte sie auf das Wirksamste die Avantgarden, welche, noch bevor das Gros ihrer Divisionen Zeit hatte, anzulangen, die Franzosen aus ihrer Stellung vor Metz völlig und bis unter den Schutz der Werke dieses Platzes zurückdrängten. Bei dieser Zuflucht des Gegners konnte der Sieg bei Colombey – Nouilly selbstverständlich keine Trophäen aufweisen, aber mit dem erreichten Ergebnis durfte die obere Leitung wohl zufrieden sein. Denn der Abzug des Feindes war unterbrochen und ein Tag für den Übergang der II. und III. Armee über die Mosel gewonnen…“

Friedrich Wilhelm der Erste von Preußen, unser Soldatenkönig

„Eine Frau, die ihren Kinderwagen vor sich herschiebt, hat das Recht, zum Sieger von Sedan und zum Dichter des Faust zu sagen: Bitte gehen Sie mir aus dem Wege!“

Sagte unser eiserner Kanzler Otto von Bismarck und da dazu immer zwei gehören, war unser preußischer Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. mit seiner Gattin Sophie Dorothea fleißig am Werke und hat zahlreiche Kinder in die Welt gesetzt. Die dann auch alle was geworden sind: Könige, Heerführer, Königinnen, Staatsmänner, Fürstinnen und Äbtissinnen. – die genaue Liste finden wir bei Friedrich dem Großen (in dessen Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg): „Er hatte im Jahre 1706 Sophie Dorothea geheiratet, eine Tochter Georgs von Hannover, des späteren Königs von England. Dieser Ehe entsprossen Friedrich II., der sein Nachfolger ward; die drei Prinzen August Wilhelm, Heinrich und Ferdinand; Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth; Friederike, Markgräfin von Ansbach; Charlotte, Herzogin von Braunschweig; Sophie, Markgräfin von Schwedt; Ulrike, Königin von Schweden; Amalie, Äbtissin von Quedlinburg.“ – Es wäre ja auch töricht, sich unermüdlich für sein Preußen abzumühen und zu plagen und dann keine Erben zu haben, die sein Werk weiterführen könnten. Also: Bei allem Fleiß, das Kinderzeugen nicht vergessen. Unser Soldatenkönig hat heute übrigens Geburtstag und da er ein wahrhaft mustergültiger Herrscher gewesen ist, feiern wir Deutschen diesen natürlich auch gerne. Geboren wurde er 1688 in Berlin als Sohn König Friedrichs I. von Preußen und der Sophie Charlotte von Hannover. Seinem Vater folgte er 1713 nach und regierte bis 1740. Unter ihm wandelte sich unser altes Preußen zum strengen Kriegsstaat und erhielt damit die Grundlage seiner späteren Größe und Ruhmes. Zur Feier des Tages berichtet uns Friedrich der Große in seinen Denkwürdigkeiten des Hauses Brandenburg vom Herrschaftsantritt seines Herrn Vaters: http://friedrich.uni-trier.de/de/volz/1/120

„Friedrich Wilhelm wurde zu Berlin am 15. August 1688 geboren. Er war, wie wir bereits sagten, der Sohn König Friedrichs I. von Preußen und Sophie Charlottens, einer Prinzessin von Hannover. Seine Regierung begann unter den günstigen Auspizien des Friedens. Dieser wurde zwischen Frankreich, Spanien, England, Holland und der Mehrzahl der deutschen Fürsten in Utrecht geschlossen. Friedrich Wilhelm erlangte von Ludwig XIV. die Anerkennung seines Königtums, der Souveränität über das Fürstentum Neuchâtel und die Bürgschaft für die Gebiete von Geldern und Kessel als Entschädigung für das Fürstentum Orange, auf das er für sich und seine Nachkommen verzichtete. Frankreich und Spanien gestanden ihm gleichzeitig den Titel Majestät zu, den sie den Königen von Dänemark und Sardinien noch lange versagten. Nach der Wiederherstellung des Friedens wandte sich die ganze Aufmerksamkeit des Königs auf die innere Verwaltung. Er arbeitete an der Wiederherstellung der Ordnung in Finanzwirtschaft, Verwaltung, Rechtspflege und Heerwesen; denn diese Gebiete waren unter der vorangegangenen Regierung gleichermaßen verwahrlost. Er besaß eine arbeitsame Seele in einem kraftvollen Körper. Es hat nie einen Mann gegeben, der für die Behandlung von Einzelheiten so begabt gewesen wäre. Wenn er sich mit den kleinsten Dingen abgab, so tat er das in der Überzeugung, daß ihre Vielheit die großen zuwege bringt. Alles, was er tat, geschah im Hinblick auf das Gesamtbild seiner Politik; er strebte nach höchster Vervollkommnung der Teile, um das Ganze zu vervollkommnen. Er strich alle unnützen Ausgaben und verstopfte die Kanäle, durch die sein Vater die Mittel des öffentlichen Wohlstands abgelenkt hatte, um sie in eitlem und überflüssigem Aufwand zu verschwenden. Der Hof spürte die Reform zuerst. Der König behielt nur eine Anzahl von Personen, die für die Wahrung der Würde notwendig oder dem Staat nützlich waren. Von den hundert Kammerherren seines Vaters behielt er nur zwölf; die übrigen wurden Offiziere oder Diplomaten. Er beschränkte seine eigenen Ausgaben auf eine mäßige Summe, indem er sagte, ein Fürst müsse mit dem Gut und Blut seiner Untertanen sparsam umgehen. In dieser Hinsicht war er ein Philosoph auf dem Thron, wiewohl er nichts gemein hatte mit jenen Gelehrten, deren unfruchtbare Wissenschaft auf der Spekulation über abstrakte Gegenstände beruht, die sich unserer Erkenntnis offenbar entziehen. Er gab das Beispiel einer Sittenstrenge und Einfachheit, die der ersten Zeiten der römischen Republik würdig waren. Dem Prunk und den imposanten Äußerlichkeiten des Königtums war er feind. In seiner stoischen Tugend gönnte er sich nicht einmal die Nächstliegenden Annehmlichkeiten des Lebens. Seine einfachen Sitten, seine große Genügsamkeit bildeten einen vollkommenen Gegensatz zu dem Hochmut und der Verschwendung Friedrichs I. Ein politisches Ziel schwebte Friedrich Wilhelm bei seiner Reorganisation des Innern vor: er wollte sich durch, ein mächtiges Heer bei seinen Nachbarn in Respekt setzen. Georg Wilhelms Beispiel hatte ihn gelehrt, wie gefährlich es ist, sich nicht verteidigen zu können. Und das Beispiel Friedrichs I., dessen Truppen weniger ihm selbst als den sie bezahlenden Bundesgenossen gehörten, hatte ihn erkennen lassen, daß ein Herrscher nur in dem Maße geachtet wird, als er sich mächtig und furchtgebietend zu machen weiß. Er war der Demütigungen satt, die bald die Schweden, bald die Russen seinem Vater zugefügt hatten, indem sie ungestraft seine Staaten durchquerten. Er wollte sein Volk wirksam gegen die Unruhe seiner Nachbarn beschützen und sich zugleich in den Stand setzen, seine Anrechte auf die Erbfolge in Berg zu vertreten, die beim Tod des Kurfürsten von der Pfalz, des letzten Fürsten aus dem Hause Neuburg, frei werden mußte. Man ist zwar allgemein in dem Vorurteil befangen, der Plan einer militärischen Regierung sei nicht vom König selbst ausgegangen, sondern ihm durch den Fürsten von Anhalt eingegeben worden, aber wir folgen dieser Meinung nicht, weil sie irrig ist. Ein so überlegener Geist wie der Friedrich Wilhelms durchdrang und erfaßte die größten Fragen. Besser als irgend einer von seinen Ministern oder Generalen kannte er die Interessen des Staates. Wenn die größten Ideen durch einen Zufall hervorgerufen werden können, so ließe sich sagen, daß englische Offiziere Friedrich Wilhelm den Anstoß für die Pläne gaben, die er in der Folge ausführte. In seiner Jugend, als er die Feldzüge in Flandern mitmachte, fand er einmal, während der Belagerung von Tournai, zwei englische Generale in lebhaftem Wortgefecht. Der eine behauptete, der König von Preußen würde ohne Subsidien Mühe haben, 15,000 Mann zu besolden; der andere behauptete, der König könne 20,000 unterhalten. Der junge Prinz geriet in Feuer und sagte ihnen: „Der König, mein Vater, unterhält 30,000, sobald er will.“ Die Engländer nahmen die Antwort für einen Augenblickseinfall eines ehrgeizigen jungen Mannes, der die Vorzüge seines Vaterlandes übertrieben herausstreicht. Friedrich Wilhelm aber bewies nach seiner Thronbesteigung, daß er nicht zuviel gesagt hatte. Seine gute Finanzwirtschaft ermöglichte es ihm, vom ersten Jahr seiner Regierung an sogar 50,000 Mann zu halten, ohne daß irgend eine Macht ihm Subsidien bezahlte…“

Die Brandenburgischen Konzerte von unserem großen deutschen Tondichter Johann Sebastian Bach bekommt unser Soldatenkönig von mir zum Geburtstag gespielt (auf Ersuchen unserer Jungfer Dosenschreck): https://www.youtube.com/watch?v=hbQORqkStpk

Rudolf Georg Binding

Mit unserem Rudolf Georg Binding hat heute ein großer deutscher Dichter und Held Geburtstag. Gleich Theodor Körner oder Joseph von Eichendorff stürzte er sich in Schlachtgetümmel und trat mit fast 50 Jahren 1914 in unser deutsches Heer ein. Denn in Basel wurde unser Rudolf Binding 1867 geboren. Bis zum Rittmeister und Stabsoffizier brachte er es und da er den Vierjährigen Krieg überlebte, setzte er sein Dichten fort. Zu lesen gibt es von unserem Rudolf Binding unter anderem „Dies war das Maß. Die gesammelten Kriegsdichtungen und Tagebücher“, „Der Opfergang“, „Der Wingult“, „Moselfahrt aus Liebeskummer“, „Wir fordern Reims zur Übergabe auf“, „Coelestina“, „Sankt Georgs Stellvertreter“, „Legenden der Zeit“, „Keuschheitslegende“, „Stolz und Trauer“, „Unsterblichkeit“, „Die Geige“, „Aus dem Kriege“, „Antwort eines Deutschen an die Welt“, „Sechs Bekenntnisse zum neuen Deutschland“, „Von der Kraft deutschen Worts als Ausdruck der Nation“, „Rufe und Reden“, „Wunder der Sprache“, „Von Freiheit und Vaterland“, „Vom Adel des Menschen“ und „Erlebtes Leben“ – manches davon ist auch im Netz zu finden, falls man mal reinschnuppern möchte… Als geborener Baseler bekommt unser Dichter von mir den Schweizerpsalm zum Geburtstag: https://www.youtube.com/watch?v=lqm4i6BtHco

„Trittst im Morgenrot daher,

Seh’ ich dich im Strahlenmeer,

Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!

Wenn der Alpenfirn sich rötet,

Betet, freie Schweizer, betet!

Eure fromme Seele ahnt

Eure fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

Kommst im Abendglühn daher,

Find’ ich dich im Sternenheer,

Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!

In des Himmels lichten Räumen

Kann ich froh und selig träumen!

Denn die fromme Seele ahnt,

Denn die fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

Ziehst im Nebelflor daher,

Such’ ich dich im Wolkenmeer,

Dich, du Unergründlicher, Ewiger!

Aus dem grauen Luftgebilde

Tritt die Sonne klar und milde,

Und die fromme Seele ahnt

Und die fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

Fährst im wilden Sturm daher,

Bist du selbst uns Hort und Wehr,

Du, allmächtig Waltender, Rettender!

In Gewitternacht und Grauen

Lasst uns kindlich ihm vertrauen!

Ja, die fromme Seele ahnt,

Ja, die fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland“

Ich stelle euch Bindings Erzählung „Die Waffenbrüder“ vor:

„Es ist noch nicht lange her, daß in einer Stadt im Westen unseres Landes, wie keine schönere gleich einer lächelnden Frau ihre Füße in den Wellen eines raschfließenden Stromes badet und ihr Antlitz in seinem Spiegel betrachtet, sich die Geschichte zutrug, die ich hier erzählen will. Obzwar sie sich recht eigentlich im Herzen jener Stadt abgespielt hat und es Blut dabei gab und Tränen, so hat sie davon wohl kaum etwas gespürt; und wenn sie etwas von ihr bemerkte, so hat sie es im Herzen bewahrt, treu und verschwiegen, wie es gut war und notwendig; denn sie ist – auch hierin den Frauen gleichend – minder schwatzhaft als minder schöne. Jetzt aber, da niemand mehr übrig ist, dem die Erzählung dieser Begebenheiten einen Schmerz erneuern könnte, und die Geschichte schon dem unermeßlichen Meere der Vergessenheit zurollt, das, gnädig und grausam, die Schicksale der Menschen in sich aufnimmt, scheint es an der Zeit, sie diesem Ende zu entreißen. Denn selbst der letzte und gewichtigste, wenn auch stumme Zeuge, der ihren Ausgang gesehen hat, ist gefallen, da ich jüngst eines Abends vor den Trümmern des Hauses stand, in welchem sie zum Austrag kam. Es war das Haus, in dem zu unserer Studentenzeit unser Fechtmeister wohnte und seinen Fechtboden hielt; nicht der von der Universitätsbehörde angestellte, bei dem man die herkömmlichen Gänge unter Geklirr und Getrampel erlernte, sondern einer, der die feine Kunst auf eigene Hand übte und lehrte, und ein sonderlicher vor andern, wie die Bibel sagen würde. Noch waren die Arbeiter, um ihres Tages Mühen zu enden, am Werk, die letzte Mauer niederzureißen; aus dem weißen Schutt ragten einige Dielen des knorrigen abgetretenen Fußbodens, auf dem wir bei unseren jugendlichen Ausfällen gestanden hatten. Als die Mauer mit den hilflosen leeren Fensteröffnungen kraftlos fiel und eine Wolke gelblichen feinen Staubes mir die formlosen, in sich zusammengesunkenen Trümmer verhüllte, wurde ich seltsam angerührt: wie von einem leisen Zauber. Ich ging nach Hause, fast wie geleitet; und er bannte mich, die Schattenschleier festzuhalten, die er in der wachsenden Dämmerung um mich heraufzog. Dies aber war es, was ich ergriff. Im Kriege gegen Frankreich fochten auf deutscher Seite in einem jener Reiterregimenter, denen die langatmigen Attacken von Mars-la-Tour und Vionville zu reiten beschieden waren, zwei junge Männer Seite an Seite, welche die gemeinsame Mühsal des Krieges in einer engeren Kameradschaft aneinanderschloß, als es die Verkettung, die ihr späteres Leben verband, je vermocht hätte. Es war Daniel Roux, trotz seines französischen Namens ein guter Deutscher und seines Zeichens Fechtmeister, und Thomas Woller, in Friedenszeiten wohlbestellter Waffen- und Messerschmied. Daniel, der seinem Namen und seiner Herkunft als für seinen eigenen Wert ganz unwesentlichen Dingen nicht nachzugehen für gut befand, stammte wohl aus einem eingewanderten Geschlecht, war aber aus den Grenzlanden gebürtig; wenigstens besagte das sein Taufschein, der auf einen kleinen Ort im Badischen lautete. Aber nie hat ihn jemand von seiner Heimat, von Vater oder Mutter oder irgendeiner Familienbeziehung reden hören, und selbst die entfernten Vettern, die ein jeder hat, gab es für Daniel Roux in keinem Teil der bewohnten Erde. Das erwähnte Taufzeugnis, welches er notgedrungen gegen die ihm gänzlich überflüssig und neugierig erscheinenden Fragen der Behörden als einzigen Beleg seines Daseins mit sich führte, pflegte er, wenn er es wirklich einmal vorlegen mußte, nach Möglichkeit zu entkräften, indem er darüber so obenhin die Bemerkung fallen ließ, Wasser und Pfaffen gebe es überall auf der Welt; als ob er gefürchtet hätte, daß das fatale Papier ihm irgendeine Art Erkenntlichkeit oder Anhänglichkeit gegen den darin namhaft gemachten Ort auferlege. Solche Empfindungen fanden nämlich nicht den kleinsten Raum in seinem Herzen, welches wie das eines Vogels war, der, einmal flügge geworden, nicht wieder an das Nest zurückdenkt, in dem er ausgebrütet wurde. Wenn Daniel Roux eine erkleckliche Anzahl von Jahrhunderten eher auf die Welt gekommen wäre, so würde er unfehlbar ein fahrender Ritter geworden sein; und ein solcher von der feinen Art, wie es vielleicht einer seiner Vorfahren im ritterfrohen Frankreich gewesen war. Denn woher er diesen Hang hatte, den keinerlei Anschauung aus Büchern oder bildlicher Darstellung geboren und keinerlei Vorbild oder Anleitung großgezogen haben konnte, ist ihm selbst immerdar dunkel geblieben. Doch waren es keine aus der Zeit fallenden Träume von mittelalterlichen Waffenfahrten und Turnieren, die ihn beseelten, und ebensowenig zog es ihn, die Waffenführung als ein Handwerk zu erlernen, das seinen Mann nährt. Ein künstlerischer, ja fast virtuoser Geist war vielmehr in ihm mächtig: denn das Waffenspiel betrachtete er wie eine Kunst, der man sich ergeben könne, gleich irgendeiner andern; und es war die blanke Klinge, besonders aber die des krummen Reitersäbels, welche er zu seinem Instrument machte, das er spielen lernen wollte wie ein Meister. Ihr brachte er alle seine jugendliche Neigung entgegen, und ein feingeschmiedetes Stück, das er mit natürlichem Gefühl bald von andern, handwerksmäßigen zu unterscheiden vermochte, konnte er ebenso verliebt, verträumt und in einer Art Ehrfurcht betrachten, wie etwa ein großer Violinspieler eine aus den kunstfertigen Händen der Stradivari oder Amati hervorgegangene Geige…“

Die Zweite Schlacht von Höchstädt

An diesem Tag im Jahre 1704 hat unser Prinz Eugen die Welschen in der zweiten Schlacht von Höchstädt zerschmettert und damit einen weiteren Sieg im uralten Ringen mit den Welschen für uns Deutsche erfochten. Bei Höchstädt standen sich 52,000 Recken auf unserer Seite und 56,000 Gallier gegenüber. Die Gallier verloren in der Schlacht 34,000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen, während unsere Verluste sich auf 4500 Gefallene und 8000 Verwundete beliefen. Folgen wir den Angaben unseres möglichen Erschaffers Julius Cäsar, so hauen wir Deutschen uns mit den Welschen schon seit mindestens 2000 Jahren (und womöglich noch bedeutend länger, falls uns Deutsche der Julius Cäsar – entgegen den Behauptungen der amerikanischen Umerziehung – doch nicht erschaffen haben sollte):

„In früherer Zeit waren die Gallier tapferer als die Germanen, führten Angriffskriege und schickten wegen ihrer großen Bevölkerung, für die sie nicht Land genug hatten, Auswanderer auf das rechte Ufer des Rheins. So besetzten Tektosagen aus dem Stamm der Volken die fruchtbarsten Gegenden Germaniens am herkynischen Wald, den, wie ich sehe, schon Eratosthenes und andere Griechen unter dem Namen des orkynischen vom Hörensagen kannten. Sie wohnen auch noch bis zur Stunde dort und genießen wegen ihrer Gerechtigkeit und Tapferkeit sehr großes Ansehen. In unserer Zeit nun leben die Germanen immer noch gleich arm, dürftig, hart, und begnügen sich mit derselben Nahrung, Kleidung und Wohnung wie früher. Den Galliern dagegen verschafft die Nähe römischer Provinzen und die Bekanntschaft mit den über das Meer kommenden Waren mehr Genüsse und größeres Wohlleben. Allmählich sind sie daran gewöhnt, besiegt zu werden und vergleichen sich nach vielen Niederlagen an Tapferkeit selbst nicht mehr mit den Germanen.“

Gefeiert werden muß die zweite Schlacht von Höchstädt natürlich mit reichlich Met (unserem altdeutschen Panzergetränk) und der Wacht am Rhein, unserem alten Kampflied gegen die Gallier: https://www.bitchute.com/video/IIcqL4AYrbnb/

„Es braust ein Ruf wie Donnerhall,

wie Schwertgeklirr und Wogenprall:

Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!

Wer will des Stromes Hüter sein?

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,

und aller Augen blitzen hell:

der deutsche Jüngling, fromm und stark,

beschirmt die heilige Landesmark.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Er blickt hinauf in Himmelsauen,

wo Heldengeister niederschaun,

und schwört mit stolzer Kampfeslust:

„Du, Rhein, bleibst deutsch wie meine Brust!“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Und ob mein Herz im Tode bricht,

wirst du doch drum ein Welscher nicht.

Reich wie an Wasser deine Flut

ist Deutschland ja an Heldenblut.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

So lang ein Tropfen Blut noch glüht,

noch eine Faust den Degen zieht,

und noch ein Arm die Büchse spannt,

betritt kein Feind hier deinen Strand.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,

die Fahnen flattern hoch im Wind:

Zum Rhein, zum Rhein, am deutschen Rhein!

Wir alle wollen Hüter sein!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

So führe uns, du bist bewährt;

In Gottvertrauen greif’ zu dem Schwert,

Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!

Und tilg‘ die Schmach mit Feindesblut!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!“

Mit unserem Geschichtsschreiber Alfred von Arneth („Prinz Eugen von Savoyen“) stürzen wir uns nun noch mitten ins Schlachtgetümmel bei Höchstädt: https://archive.org/details/prinzeugenvonsav01arne

„Mit dem Nebelbache parallel, aber nicht an seinem Ufer, sondern in einiger Entfernung von demselben stand die französische Reiterei, von Infanterie unterstützt. Generalleutnant Baron Zurlauben, der dort befehligte, war angewiesen, die Feinde wirklich über den Bach kommen zu lassen, um durch ihr Zurückwerfen deren Niederlage noch vollständiger zu machen. Zu Oberglauheim, in dessen Nähe der Marschall Marsin sich befand, standen zwölf Bataillone unter dem Generalleutnant Marquis Blainville, einem Offizier von bekannter Tapferkeit, aber einer so ungestümen Hitze, daß dessen nahe Beaufsichtigung notwendig war. Dieses Dorf und Lutzingen waren die Stützpunkte des linken Flügels, dessen letzte Bataillone sich bis an den Waldrand erstreckten und denselben so wie den sogenannten Eichbergerhof stark besetzten. Die ganze Ausdehnung der Stellung von Blindheim bis zum Eichbergerhofe betrug gegen anderthalb Stunden. Um neun Uhr Morgens begann die Artillerie Tallards ein mörderisches Feuer gegen das Fußvolk der Verbündeten. Die Engländer erwiderten es und bald waren alle Geschütze auf der ganzen langen Linie in vollster Tätigkeit. Insbesondere waren es die Kolonnen Eugens, welche harte Verluste erlitten, da sie auf ihrem Marsche über Wolpertstetten und Berghausen in der linken Flanke beschossen wurden, und mehr in der Tiefe marschierend, das Feuer nicht kräftig zu erwidern vermochten. Der Prinz, welcher bisher bei Marlborough verweilt hatte, um sich mit ihm auch über die geringfügigeren Punkte zu verständigen , war nun zu seinen Truppen geeilt, die des Feldherrn dringend bedurften. Er hatte Marlborough mit dem Versprechen verlassen, ihn von dem Augenblicke zu benachrichtigen, in welchem seine Linien formiert sein würden, um den Angriff auf beiden Seiten zugleich beginnen zu können. Es gelang dem Prinzen, auf einer Anhöhe an seinem linken Flügel Geschütze anzubringen. Gleichzeitig wurden fünf Brücken über den Nebelbach geschlagen und im heftigsten Kanonenfeuer die Ausbesserung der zerstörten steinernen Chausseebrücke bewerkstelligt. Eugen war, was den Anmarsch gegen den Feind betraf, die bei weitem schwerere Aufgabe zu Teil geworden. Seine Kolonnen mußten einen großen Bogen beschreiben, das Erdreich war von kleinen Bächen durchschnitten, sumpfig und mit Gebüsch bedeckt. Außerdem kam man mit jedem Schritte mehr und mehr in den Bereich des feindlichen Geschützes. Erst gegen elf Uhr stand Eugen auf den Höhen und an dem Walde gegen über von Lutzingen und dem Eichbergerhofe. Der Feind bot ihm jedoch eine so lang gedehnte Frontlinie dar, daß der Prinz im letzten Augenblicke seine Dispositionen ändern, und die Zwischenräume mit der Reserve aus füllen mußte. Die nahm noch einige Zeit in Anspruch, so daß erst um die Mittagszeit Marlborough benachrichtigt werden konnte, auch der rechte Flügel sei zum Angriffe bereit. Unverweilt wurde hierzu der Befehl erteilt. Marlborough hatte sein Pferd bestiegen und den englischen Generalleutnant Lord Cutts gegen Blindheim vorrücken lassen. Die beiden vereinzelten Mühlen vor dem Dorfe wurden von den Engländern genommen, Blindheim selbst aber, durch seine Bauart und feinen befestigten Kirchhof zur Verteidigung trefflich geeignet, hielt sich wacker. Zu. gleicher Zeit ging Marlboroughs Reiterei auf allen Punkten über den Nebelbach. Ein lebhaftes Gefecht mit der französischen Kavallerie entspann sich. Zu wiederholten Malen drang die Reiterei der Verbündeten vor, immer wurde sie wieder von den Franzosen zurückgetrieben. Das furchtbare Feuer aber, welches das Fußvolk, am Nebelbache haltend, immer wieder auf die heran sprengende französische Reiterei richtete, hielt dieselbe auf und verursachte ihr den größten Schaden. So litten beide Teile, die Verbündeten und ihre Gegner, in gleich empfindlicher Weise. Jeder behauptete sich in seinen Stellungen und der einzige Vorteil, der sich hier für Marlborough zeigte, bestand darin, daß die französischen Pferde durch das stete Hin- und Herjagen sichtlich ermatteten und mit ihnen, wie dies immer zu geschehen pflegt, auch ihre Reiter nach und nach die frühere entschlossene Haltung zu verlieren schienen. Während hier der Kampf tobte, hatte Marlborough die Kolonnen verstärkt, welche gegen Blindheim dirigiert worden waren, und den erneuerten Angriff auf das Dorf befohlen. Aber dort schien alle Anstrengung fruchtlos. Furchtbar waren die Menschenopfer, welche die wiederholten Stürme gegen Blindheim gefordert hatten. Marlborough überzeugte sich bald, daß hier nichts auszurichten sei. Mit der Geistesgegenwart, welche den großen Feldherrn kennzeichnet, änderte er sogleich seinen Angriffsplan. Gegen Blindheim wurden fortan nur Scheinangriffe ausgeführt, welche ein starkes Geschützfeuer unterstützte. Der Herzog beschloß gegen die Mitte des feindlichen Heeres seinen Hauptstoß auszuführen. Denn Tallard hatte sie durch die Entsendungen nach Blindheim unverhältnismäßig geschwächt und dadurch die Aufrechthaltung seiner Verbindung mit Marsin auf’s äußerste gefährdet…“

Albert Leo Schlageter

Unser Albert Leo Schlageter hat heute Geburtstag! Unser Blutzeuge und Held wurde 1894 in Schönau im Schwarzwald geboren. Er meldete sich 1914 umgehend freiwillig zum Heer und erhielt nicht nur das Eiserne Kreuz beider Klassen, sondern wurde auch zum Leutnant befördert. Nachdem der Dolchstoß der Novemberverbrecher unser unbesiegtes deutsches Heer gefällt hatte, kämpfte unser Schlageter im Baltikum und in Schlesien bei unseren Freikorps. Sein letzter Kampf war der Ruhrkampf. Die Gallier hatten 1923 das ganze Ruhrgebiet besetzt, um sich dessen Kohle unter den Nagel zu reißen. Dagegen ging unser Schlageter vor und trat damit in die Fußstapfen Ferdinand von Schills, Andreas Hofers und Johann Philipp Palms. Denn unser Schlageter wurde von den Galliern verhaftet, in einem lächerlichen Schauprozess zum Tode verurteilt und daraufhin ermordet. Seiner Gedenken wir übrigens auch stellvertretend für alle unsere Ruhrkämpfer. Das Badnerlied suche ich mir für unseren Schwarzwälder Schlageter aus: https://www.youtube.com/watch?v=8XfVWpsZXNE

„Das schönste Land in Deutschlands Gau’n,

das ist mein Badner Land.

Es ist so herrlich anzuschaun

und ruht in Gottes Hand.

Drum grüß ich dich mein Badnerland,

du edle Perl’ im deutschen Land, deutschen Land.

frisch auf, frisch auf; frisch auf, frisch auf;

frisch auf, frisch auf mein Badnerland.

Zu Haslach gräbt man Silbererz,

Bei Freiburg wächst der Wein,

im Schwarzwald schöne Mädchen,

ein Badner möcht’ ich sein.

Drum grüß ich dich mein Badnerland,

du edle Perl’ im deutschen Land, deutschen Land.

frisch auf, frisch auf; frisch auf, frisch auf;

frisch auf, frisch auf mein Badnerland.

Zu Karlsruh’ ist die Residenz,

in Mannheim die Fabrik.

In Rastatt ist die Festung

und das ist Badens Glück.

Drum grüß ich dich mein Badnerland,

du edle Perl’ im deutschen Land, deutschen Land.

frisch auf, frisch auf; frisch auf, frisch auf;

frisch auf, frisch auf mein Badnerland.

Alt-Heidelberg, du feine,

du Stadt an Ehren reich,

am Neckar und am Rheine,

kein’ and’re kommt dir gleich.

Drum grüß ich dich mein Badnerland,

du edle Perl’ im deutschen Land, deutschen Land.

frisch auf, frisch auf; frisch auf, frisch auf;

frisch auf, frisch auf mein Badnerland.

Der Bauer und der Edelmann,

das stolze Militär

die schau’n einander freundlich an,

und das ist Badens Ehr.

Drum grüß ich dich mein Badnerland,

du edle Perl’ im deutschen Land, deutschen Land.

frisch auf, frisch auf; frisch auf, frisch auf;

frisch auf, frisch auf mein Badnerland.“

Aus „Albert Leo Schlageter – Leben und Sterben eines deutschen Helden“ von unserem Geschichtsschreiber Rolf Brandt lesen wir Panzertiere zu Ehren von unserem Helden vor. Unser Schlageter kämpft als Artillerist an der Front und schlägt sich mit der Nachschubmeute herum: https://archive.org/details/Brandt-Rolf-Albert-Leo-Schlageter

„Über Warneton südlich vom Kemmel hageln die eisernen Gewitter. Der Turm der Kirche von Warneton, der weit ins Land sieht, ist von Granaten gestreift, er steht schräg. Dort oben auszuhalten, heißt neben dem Tode stehen. Aber man kann als Artilleriebeobachter von dort die Wirkung der deutschen Geschütze erkennen, ihre Geschoßgarben dirigieren. Schlageter steht dort oben. Da trifft eine neue Granate den schiefen Turm; der neigt sich langsam zur Seite wie ein Baum, der gefällt wird. Im Fallen springt Schlageter, schon mit stürzend, hinab. Schuttmassen um ihn herum; man hält ihn für tot. Aber das Schicksal hat anderes mit ihm vor. Es ist nichts Ernstliches passiert. Einmal, als er über offenes Feld zur Stellung springt, schlägt eine Granate einen Meter vor ihm ein, er verliert die Besinnung. Erdmassen fallen über seinen Körper. Seine Leute, die unbändig an ihm hängen, schleppen ihn auf Zeltbahnen zurück. Schlageter, der nicht viel Worte über Heldentum zu machen liebte, sagte von dieser Episode: „Ich dachte, ich wäre gestorben, es war sehr merkwürdig. Als ich auf dem schütternden Wagen die Augen aufschlug, meinte ich eigentlich läge ich doch im Grabe.“ So hatte er den eigenen Tod erlebt, durchmessen die dunkle Pforte, hinter der letzte Angst und letzter Schmerz verborgen liegt. Kaum ist er notdürftig wiederhergestellt, da geht er wieder ins Feld. Er führt jetzt eine Infanteriebegleitbatterie. Diese kleinen, niedrigen Geschütze, die mit in die vordere Stellung gehen, und von den Mannschaften selbst an Lederriemen und Seilen vorwärts gewuchtet werden. Er kennt die Hölle von Verdun, er kennt die Waldkämpfe am Hartmannsweilerkopf, er kennt Nässe und Fieber in den flandrischen Sümpfen. Aber er ist hingegeben an seine Aufgabe, deutscher Offizier bei dem größten Krieg seines Volkes zu sein. Mit der Etappe steht er schlecht, er kann die „Herren mit den langen Hosen“ nicht leiden. Einmal, als seine Batterie in Ruhestellung kommt, wird für ihn, den Offizier und Batterieführer, Quartier in dem kleinen Etappenschlößchen gemacht, während seine Batterie sehr schlecht untergebracht ist. Als er sieht, daß seine Leute nicht einmal richtiges Stroh haben in den elenden Hütten, wirft er nur einen kurzen Blick in das helle Zimmer mit breitem Bett, das so sehr lockt. „Danke gehorsamst, schlafe bei meinen Leuten.“ Ein anderes Mal kommt er von der Front, um eine Meldung zu erstatten. Müde, hungrig betritt er das Kasino der Etappe. Ein älterer Major, dem er seine Bitte vorträgt, dort essen zu dürfen, erwidert ihm: „Ja, Herr Kamerad, bei uns ist aber Vorschrift, beim Essen – lange Hosen.“ Schlageter hebt nur einen Augenblick die harten blauen Augen, dann wendet er sich auf dem Absatz herum… Schließlich aber – er hatte Hunger und versuchte sein Glück beim Divisionsstab. Da läuft er dem General in die Hände. Der nimmt ihn sofort unter den Arm und führt ihn mit sich zur Tafel. „Das wäre ja noch schöner, wenn für die Herren von der Front hier nicht ein Gedeck frei wäre. Erzählen Sie uns mal etwas!“ Schlageter sagt sehr ruhig, während er sich das Essen schmecken läßt, daß es ja aber hier im Ort nicht überall üblich scheine, daß für die Leute von der Front Platz wäre. Dann berichtet er sein Erlebnis. Der General wird dunkelrot im Gesicht und steht auf. Er geht mit Schlageter zusammen zum Major und erklärt: „Herr Major, dieser Offizier steht mit seiner Batterie an der härtesten Stelle der Front. Er kam, um eine Meldung zu machen. Dieser Kamerad ist hungrig und durstig. Herr Major, ich habe den Eindruck, daß Sie keine Ahnung haben, wie es an der Front zugeht. Ich werde veranlassen, daß Sie sofort dorthin versetzt werden, damit Sie die Front kennenlernen!“ Aber es gab mehr Majore als solche Generale in der Etappe. Der Stern Deutschlands sinkt. An der Front weiß man wenig von dem Geschehen in der Heimat und an anderen Frontteilen…“

Die Zweite Schlacht bei Mohacs

Die zweite Schlacht von Mohacs fand heute statt. In dieser hat unser Herzog Karl von Lothringen die Türken mal wieder vernichtend geschlagen und damit Ungarn von der türkischen Fremdherrschaft befreit. Wir Deutschen sind mir schon so komische Käuze: Am 10. August zerschmettern wir die Ungarn noch auf dem Lechfeld und am 12. retten wir sie schon vor den Türken, wenn auch zwischen den Jahren 955 und 1687 mehr als 700 Jahre liegen. Geschlagen wurde die Schlacht von unserem Herzog Karl V. von Lothringen, der vier Jahre zuvor die Türken am Kahlenberg geschlagen hat. Dieses Mal stand er mit 60,000 Recken mindestens 80,000 Türken gegenüber. Mit einem Verlust von 10,000 Mann mußten diese weichen, wogegen wir nur 600 Mann eingebüßt haben. Mit dem Lied von unserem Prinzen Eugen dem edlen Ritter soll auch dieser Türkensieg gefeiert werden: https://www.youtube.com/watch?v=ZZgP7JQaqMs

„Prinz Eugen der edle Ritter,

wollt dem Kaiser wied’rum kriegen

Stadt und Festung Belgerad!

Er ließ schlagen eine Brukken,

daß man kunt hinüberrucken

mit der Armee vor die Stadt.

Als die Brucken nun war geschlagen,

daß man kunnt mit Stuck und Wagen

Frei passir’n den Donaufluß,

Bei Semlin schlug man das Lager,

Alle Türken zu verjagen,

Ihn’n zum Spott und zum Verdruß.

Am einundzwanzigsten August soeben

Kam ein Spion bei Sturm und Regen,

Schwur’s dem Prinzen und zeigt’s ihm an

Daß die Türken futragieren,

So viel, als man kunnt‘ verspüren,

An die dreimalhunderttausend Mann.

Als Prinz Eugenius dies vernommen,

Ließ er gleich zusammenkommen

Sein‘ Gen’ral und Feldmarschall.

Er tät sie recht instruieren,

Wie man sollt‘ die Truppen führen

Und den Feind recht greifen an.

Bei der Parol‘ tät er befehlen,

Daß man sollt‘ die Zwölfe zählen,

Bei der Uhr um Mitternacht.

Da sollt‘ all’s zu Pferd aufsitzen,

Mit dem Feinde zu scharmützen,

Was zum Streit nur hätte Kraft.

Alles saß auch gleich zu Pferde,

Jeder griff nach seinem Schwerte,

Ganz still rückt‘ man aus der Schanz‘.

Die Musketier‘ wie auch die Reiter

Täten alle tapfer streiten:

’s war fürwahr ein schöner Tanz!

Ihr Konstabler auf der Schanzen,

Spielet auf zu diesem Tanzen

Mit Kartaunen groß und klein;

Mit den großen, mit den kleinen

Auf die Türken auf die Heiden,

Daß sie laufen all‘ davon!

Prinz Eugenius auf der Rechten

Tät als wie ein Löwe fechten,

Als Gen’ral und Feldmarschall.

Prinz Ludewig ritt auf und nieder‘.

Halt’t euch brav, ihr deutschen Brüder,

Greift den Feind nur herzhaft an!“

Unser Ritter Alfred von Arneth hat uns einen kleinen Schlachtbericht gegeben und der darf bei unserer kleinen Siegesfeier natürlich nicht fehlen: https://archive.org/details/prinzeugenvonsav01arne

„Nach mannigfachen Hin- und Herzügen, und nachdem es endlich dem Herzoge gelungen war, den Kurfürsten zur Vereinigung beider Heere zu bewegen, kam es am Berge Harsan, nicht weit von den Feldern von Mohacs, wo vor hundert ein und sechzig Jahren König Ludwig II. von Ungarn Reich und Leben an Suleiman verloren hatte, am 12. August 1687 zur Schlacht. Die Dauer derselben war kurz, der Erfolg ein entscheidender. Auch hier bewährte sich wieder Montecuccolis Kampfweise, welche der Herzog von Lothringen mit so großem Glücke auszuführen wußte und durch die nun schon so viele Schlachten gegen die Ungläubigen gewonnen worden waren. Das Geheimnis bestand in dem langsamen Vorrücken, einer Mauer gleich, welche dem Gegner nirgends den geringsten Zwischenraum zum Eindringen bot. So brachen sich alle die ungestümen Anfälle der Feinde an der unerschütterlichen Haltung des deutschen Kriegsvolkes, und überall sahen sich die Türken außer Stande von ihrer furchtbarsten Waffe, dem Säbel, Gebrauch zu machen. Sie wurden vom Schlachtfelde verdrängt, traten den Rückzug an und gerieten in Verwirrung, welche oft ihre Reihen in regellose Flucht auflöste. Nun war der Augenblick gekommen, in welchem die Verfolgung einzutreten hatte. Sie wurde von der kaiserlichen Kavallerie mit einem unglaublichen Nachdrucke durchgeführt und entschied die Niederlage des Feindes. Dies war der Gang all der Treffen, welche seit vier Feldzügen mit den Türken geschlagen worden waren. Auch die Schlacht am Berge Harsan verlief in ähnlicher Weise. Als die fliegenden Feinde, welche Eugen mit seiner Reiterbrigade verfolgte, hinter den Verschanzungen ihres Lagers Schutz suchten, ließ der Prinz seine Dragoner absitzen und erstürmte mit ihnen die Schanzen. Hierdurch wurde die Niederlage der Osmanen vollendet. Zur Belohnung für diese tapfere Tat wurde der Prinz mit der Siegesnachricht nach Wien gesendet. Seine Aufnahme am Hofe war eine glänzende, und der Kaiser soll ihn mit seinem reich mit Diamanten besetzten Bildnisse beschenkt haben…“

Friedrich List

„Durch Besitz und Gebrauch werden sie nicht besonders versucht. Man kann bei ihnen silberne Gefäße sehen, die ihnen von Legaten und Kaisern zum Geschenk gemacht wurden, sie halten sie genauso in Geringschätzung wie die Dinge, die aus Ton gebrannt werden. Dennoch schätzen die benachbarten Stämme wegen des Handelsverkehrs Gold und Silber sehr, sie erkennen gewisse unserer Geldsorten an und bevorzugen es: die weiter im Landesinneren leben, bedienen sich eines älteren und einfacheren Tauschhandels. Sie erkennen das alte und lange bekannte Geld an, die Serraten und Bigaten. Sie streben auch mehr nach dem Silber als nach Gold, nicht aus Vorliebe, sondern weil der geringere Wert der Silberdenare eher zum Erwerb gewöhnlicher und preiswerter Waren von Nutzen ist.“ (Publius Cornelius Tacitus, „Germania“)

Ein Händlervolk sind wir Deutschen zum Glück nicht, verstehen aber von der Wirtschaft doch genug, damit uns kein fremdes Volk durch diese unterjochen kann. Was wohl auch der Grund dafür war, daß die überstaatlichen Mächte in den letzten beiden Kriegen die ganze Welt gegen uns aufbieten mußten. Viel zu verdanken haben wir Deutschen dabei unserem großen Wirtschaftslehrer Friedrich List, dem wir Panzertiere deshalb heute eine kleine Geburtstagsfeier ausrichten. In der schwäbischen Stadt Reutlingen wurde er 1789 als Sohn eines Gerbermeisters und Ratsherren geboren. Da unser Friedrich List von den Nornen aber nicht zum Handwerker gemacht war, schlug er 1805 die Laufbahn eines Verwaltungsbeamten ein und studierte 1811 die Wirtschaftslehre in Tübingen. Schnell machte er sich einen Namen und erhielt schon 1817 einen Lehrstuhl für Staatswirtschaft in Tübingen. Im Jahre 1819 rief er zu Frankfurt am Main den Allgemeinen Deutschen Handels- und Gewerbeverein ins Leben und forderte die Abschaffung aller innerdeutschen Zölle und die Einrichtung eines Schutzzolls gegen ausländische Waren. Er ließ sich außerdem 1820 in den Württemberger Landtag wählen. Die Reutlinger Petition wurde 1821 zum Wendepunkt in seinem Leben. Der Herzog Wilhelm von Württemberg ließ ihn für diese in den Kerker werfen und zwang unseren Friedrich List 1825 zur Auswanderung nach Nordamerika. Acht lange Jahre schmachtete unser Wirtschaftslehrer in der Verbannung und nicht klein war die Gefahr, daß er uns an die VSA verloren ginge. Im Jahre 1833 wurde der Deutsche Zollverein gegründet und fiel damit bezeichnender Weiser mit der Rückkehr unseres Friedrich Lists zusammen. Dieser verfocht fortan den Eisenbahnbau und in der Tat erwies sich dieser als überaus segensreich. Nicht nur auf dem Gebiet der Volkswirtschaft, sondern auch für das Kriegswesen. Unsere deutschen Truppen konnten nun nämlich schneller bewegt und umfassender verpflegt werden – was in den neuzeitlichen Kriegen ja von großer Wichtigkeit ist… Sein häusliches Glück fand unser Friedrich List 1818 mit Karoline Seybold, einer Bardentochter. Ein Sohn und drei Töchter waren den Eheleuten von Nornen vergönnt. Für eure heimische Panzerbücherei solltet ihr euch unbedingt die Werke von unserem Wirtschaftslehrer anschaffen. „Über Eisenbahnen und das deutsche Eisenbahnsystem“, „Die Ackerverfassung, die Zwergwirtschaft und die Auswanderung“, „Das deutsche Eisenbahnsystem als Mittel zu Vervollkommnung der deutschen Industrie, des deutschen Zollvereins und des deutschen Nationalverbandes überhaupt“, „Das deutsche Nationaltransportsystem in volks- und staatswirtschaftlicher Beziehung“, „Andeutung der Vorteile eines preußischen Eisenbahnsystems“, „Das nationale System der politischen Ökonomie“, „Über ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystems“, „Die Staatskunde und Staatspraxis Württembergs im Grundriß“, „Die Welt bewegt sich: Über die Auswirkungen der Dampfkraft und der neuen Transportmittel auf die Wirtschaft, das bürgerliche Leben, das soziale Gefüge und die Macht der Nationen“ und „Das Wesen und der Wert einer nationalen Gewerbsproduktivkraft“ heißen wohl die Wichtigsten. Ein schwäbischer Edelstein ist unser Friedrich List fürwahr und so bekommt er das schöne alte Lied „Preisend mit viel schönen Reden“ von mir zum Wiegenfest gespielt (- mag ihn der Herzog von Württemberg auch achtlos weggeworfen haben): https://odysee.com/@Dr.Ludwig:6/preisend-mit-viel-sch-nen-reden-anthem-2:7

„Preisend mit viel schönen Reden

Ihrer Länder Wert und Zahl,

Saßen viele deutsche Fürsten

Einst zu Worms im Kaisersaal.

„Herrlich“, sprach der Fürst von Sachsen,

„Ist mein Land und seine Macht;

Silber hegen seine Berge

Wohl in manchem tiefen Schacht.“

„Seht mein Land in üpp’ger Fülle,“

Sprach der Kurfürst von dem Rhein,

„Goldne Saaten in den Tälern,

Auf den Bergen edlen Wein!“

„Große Städte, reiche Klöster“,

Ludwig, Herr zu Bayern, sprach,

„Schaffen, daß mein Land den euren

wohl nicht steht an Schätzen nach.“

Eberhard, der mit dem Barte,

Württembergs geliebter Herr,

Sprach: „Mein Land hat kleine Städte,

Trägt nicht Berge silberschwer;

Doch ein Kleinod hält’s verborgen:

Daß in Wäldern, noch so groß,

Ich mein Haupt kann kühnlich legen

Jedem Untertan in Schoß.“

Und es rief der Herr von Sachsen,

Der von Bayern, der vom Rhein:

„Graf im Bart! Ihr seid der Reichste!

Euer Land trägt Edelstein!“

Warum die heimische Landwirtschaft auch eine eigene Industrie braucht, erklärt euch unser Friedrich List in seiner Abhandlung „Über die Beziehungen der Landwirtschaft zur Industrie und zum Handel“: https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10604394

„Ich habe gewissermaßen die Verpflichtung über die Nummern Vier und Fünf der aufgestellten Fragen vor dieser geehrten Versammlung zu sprechen, indem diese beiden Fragen auf meine Veranlassung in Stuttgart unter die allgemeinen aufgenommen, leider aber in Altenburg, wie ich höre, nicht zur Sprache gekommen sind. Gleichwohl sind diese beiden Fragen bei weitem die wichtigsten im ganzen Verzeichnis. Allen andern dort aufgeführten liegt offenbar das Streben nach Mehrproduktion zu Grunde. Der Mehrproduktion muß aber doch ein entsprechender Mehrabsatz, sei er innerer oder auswärtiger, und ein angemessener Preis zur Seite stehen, soll sie eine segensreiche sein, soll Deutschland nicht wie in Ungarn die Phrase geht im Überfluß ersticken. Setzen Sie den Fall, meine Herren, alle die reichen Wünsche, Hoffnungen, Tendenzen und Zwecke, die jenen hundert Fragen zu Grunde liegen, seien erreicht: Ihre Vorratsböden strotzen von dein schönsten Getreide und der feinsten Wolle; Ihre Keller von den geistigsten Weinen und dem herrlichsten Obst: ihre Ställe von den edelsten Rassen von Rindvieh, Pferden, Schafen und Schweinen, was wollen Sie mit all diesem Überfluß anfangen, wenn der Absatz fehlt, wenn Niemand da ist, der Ihnen für alle diese herrlichen Früchte Ihres Fleißes, Ihrer Studien und Ihres Kapitalaufwandes auch nur den Kostenpreis bezahlen will oder kann? Ich fürchte, Sie würden bedauern, mit Ihrer Konsumtion der Produktion viel zu stark vorangeeilt zu sein; Sie würden bedauern, der wichtigen Frage des Absatzes nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet zu haben. Allerdings ist die Landwirtschaft der wichtigste Nahrungszweig, denn erst muß der Mensch die Mittel zur Befriedigung der ersten Bedürfnisse des Lebens besitzen, bevor er sich den Gewerben, Künsten und Wissenschaften widmen, oder dem Handel obliegen kann. Allein im Zustand der Zivilisation ist die Blüte der Landwirtschaft durch den Grad bedingt, in welchem er von den einheimischen Gewerben unterstützt wird. Da wo der Ackerbau allein steht oder doch allzu vorherrschend, wo er mit dem Absaß des Überschusses seines Getreidebaues und seiner Viehzucht hauptsächlich auf den Absaß nach fremden Ländern angewiesen ist, da ist und bleibt er ein roher und unausgebildeter, ein unsicherer und unregelmäßiger, ein gefesselter und in enge Grenzen eingeschlossener, da ist sein Produkt ein unbedeutendes im Verhältnis zu dem, was es sein könnte, stünde ihm eine ausgebildete und großartige Industrie zur Seite. Harmonische Ausbildung der drei Faktoren der materiellen Nationalproduktion – der Landwirtschaft, der Gewerbe und des Handels ist die Grundbedingung aller Prosperität bei großen und zivilisierten Nationen. Allererst muß aber das Gewerbe ein blühendes sein, müssen Ackerbau und Gewerbe in einem richtigen Verhältnis zu einander stehen, bevor der Handel dem Ackerbau diejenigen Dienste zu leisten vermag, die wir ihn in jenen Ländern leisten sehen, deren Agrikultur die höchste Stufe erreicht hat. Des auswärtigen Handels und insbesondere der Ausfuhr nach fremden Ländern bedarf nur der rohe Ackerbau – der Ackerbau von Kolonien der Ackerbau von neuen und noch wenig bevölkerten Ländern der Aderbau von barbarischen, unzivilisierten oder in der Kultur rückwärts gegangenen und armen Nationen; denn da demselben feine ausgebildete Industrie, keine große und wohlhabende Manufakturbevölkerung zur Seite steht, so hat er für seinen im Ganzen an Wert nur geringen Probuktenüberschuß seinen Absaß im Ausland zu suchen. Allein diesen Absaß findet die in der Industrie zurückgebliebene Nation nur bei wenigen in der Kultur höher stehenden Nationen, oder vielmehr, wie dies gegenwärtig der Fall ist, nur bei einer einzigen. Alle hauptsächlich nur Ackerbau betreibenden Länder wollen und können in unsern Tagen (mit Ausnahme derjenigen Quantitäten Mehl, die Westindien und Südamerika verlangen) nur in England Absatz für ihre überflüssigen Agrikulturprodukte suchen und finden. Diese Nation besitzt jedoch selbst den blühendsten, ausgebildetsten und einträglichsten Aderbau; sie bedarf folglich nur in Jahren der geringen Ernten und des Mißwachses, folglich der Teuerung, fremder Zufuhr. Demnach ist und bleibt dieser Absaß ein uns regelmäßiger und unsicherer, ein ewig fluktuierender, das eine Jahr bedeutend, das andere nicht groß, dann einige Jahre null, im Durchschnitt unbedeutend. Frankreich zum Beispiel hat im Durchschnitt nur auf zweieinhalb Tage im Jahr fremde Weizenzufuhr nötig; England wollen wir die Durchschnittseinfuhr auch zu einer halben Million Quarter annehmen, höchstens auf zehn bis zwölf Tage. Dabei ist die Fluktuation so groß, daß, wenn eine Reihe fruchtbarer Jahre auf einander folgt, die jährliche Einfuhr zuweilen nicht für ein einziges englisches Frühstück ausreicht. 1835 zum Beispiel wurden aus Preußen und dem übrigen Deutschland nur 11,813 Quarter Weizen und 5196 Zentner Weizenmehl in England eingeführt. Dies macht ungefähr 50,000 Zentner oder fünf Millionen Pfund, folglich auf den Kopf nicht mehr als sechs Lot. Freilich wird zuweilen in Jahren des Mißwachses und der Teuerung von Deutschland weit über eine Million Quarter nach England ausgeführt, aber in diesem Geld ist kein Segen. Gewöhnlich ist die Zeit der Teuerung in England auch eine Zeit der Teuerung in Deutschland, und dann muß sich das eigene Volk eines gewohnten zum Bedürfnis gewordenen Genusses berauben, den es jetzt nicht so gut bezahlen kann als das fremde. Der Erwerb wird allen, die in diesem Handel beteiligt sind, zum Unsegen dem Bauer und Arbeiter wie dem Grundherrn und Kaufmann. Der ungewöhnliche Gewinn reizt sie zu ungewöhnlichen Ausgaben zur Zeit der Teuerung, die fortgesetzt sein wollen zur Zeit der Wohlfeilheit. Auf alle wirft er wie der Gewinn in der Lotterie, wie der ungewöhnliche Fund in der Goldjägerei. Den Kaufleuten dient er zum verderblichen Spiel nach Art der holländischen Blumenmanie: man kauft und verkauft Korn, das in der Natur nicht existiert; wie beim Aktienspiel bezahlt man sich nur die Differenzen, und ein plötzlicher Umschwung der Witterung in England streckt nicht selten ganze Reihen von Kornhändlern an der Nord- und Ostsee nieder, die vorher jahrelang höchlich prosperiert hatten. Die Produktion ist nicht nachhaltig, weil Nachfrage und Absaß nicht nachhaltig sind, und die plötzlich steigenden Nachfragen und Preise wirken in einem solchen Zustand gleich dem Blitzstrahl in dunkler Nacht: man sieht für einen Augenblick hell genug, fast zu hell, ist aber nachher nur um so blinder. Eben jetzt melden norddeutsche Blätter, daß ungeheure Fallimente ausgebrochen seien oder auszubrechen drohen, und daß man befürchte, sie möchten noch eine Menge anderer nach sich ziehen. Dies ist eine schauerliche Kehrseite zu den bescheidenen Gewinnsten, die vor einigen Jahren in diesem Handel gemacht worden sind. So steht es mit dem Ausfuhrhandel in Getreide…“

Friedrich Ludwig Jahn, unser deutscher Turnvater

Mit unserem Friedrich Ludwig Jahn hat heute einer unserer großen deutschen Denker Geburtstag. Im brandenburgischen Lanz erblickte unser Turnvater Jahn 1778 das Licht der Welt. Während seines Studiums traf er mit unserem Dichter Ernst Moritz Arndt zusammen und trat bald selbst als Widersacher der Gallier in Erscheinung. Am Eindrucksvollsten durch sein Buch „Deutsches Volkstum“ aus dem Jahre 1810. Im Jahr darauf rief er das Turnen ins Leben, um so für die nötige körperliche Ertüchtigung für den kommenden Freiheitskampf zu sorgen. Im Jahre 1816 legte er auch eine Abhandlung über das Turnen nach. Vorher jedoch stürzte er sich mit unserem Lützower Freikorps in die Schlachten der Befreiungskriege. Das Eiserne Kreuz erhielt er für seine Waffentaten. Nach Abschüttelung der gallischen Fremdherrschaft schien alles gut und unser Turnvater Jahn wurde zum Professor ernannt und erhielt die Ehrendoktorwürde. Ab 1819 unterlag unser Turnvater Jahn der Demagogenverfolgung und wurde erst 1840 wiedereingesetzt. Auf seine alten Tage wurde er in Frankfurter Nationalversammlung gewählt, konnte sich aber für den liberalen Unfug nicht begeistern. Man merkt hier wie sehr sich die alten Gewalten, durch die Verfolgung von Männern wie Arndt und Jahn, selbst ins Bein geschossen haben. Diese wären nämlich innerhalb weniger Jahre zu den Todfeinden der Liberalen geworden, sobald ihnen bewußt wurde, daß den Liberalen unser deutsches Vaterland gleichgültig ist und diese im Solde und im Dienste des Auslandes stehen… Zweimal war unser Turnvater Jahn verheiratet und zwar mit Helene Kollhof und Emilie Hentsch. Aus der ersten Ehe gingen drei Kinder und aus der zweiten eines hervor. Die Vertonung von Arndts Gedicht „Was ist des Deutschen Vaterland?“ suche ich mir für die Geburtstagsfeier für unseren Turnvater Jahn aus: https://www.youtube.com/watch?v=VNm32pLK_AU

„Was ist des Deutschen Vaterland?

Ist’s Preußenland? Ist’s Schwabenland?

Ist’s wo am Rhein die Rebe blüht?

Ist’s wo am Belt die Möwe zieht?

O nein, nein, nein!

Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?

Ist’s Bayerland? Ist’s Steierland?

Ist’s, wo des Marsen Rind sich streckt?

Ist’s, wo der Märker Eisen reckt?

O nein, nein, nein!

Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?

Ist’s Pommerland? Westfalenland?

Ist’s, wo der Sand der Dünen weht?

Ist’s, wo die Donau brausend geht?

O nein, nein, nein!

Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?

So nenne mir das große Land!

Ist’s Land der Schweizer? Ist’s Tirol?

Das Land und Volk gefiel mir wohl.

Doch nein, nein, nein!

Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?

So nenne mir das große Land!

Gewiß, es ist das Österreich,

An Ehren und an Siegen reich?

O nein, nein, nein!

Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?

So nenne endlich mir das Land!

So weit die deutsche Zunge klingt

und Gott im Himmel Lieder singt:

Das soll es sein! Das soll es sein!

Das wackrer Deutscher, nenne dein!

Das ist des Deutschen Vaterland,

wo Eide schwört der Druck der Hand,

wo Treue hell vom Auge blitzt

und Liebe warm im Herzen sitzt.

Das soll es sein! Das soll es sein!

Das wackrer Deutscher, nenne dein!

Das ist des Deutschen Vaterland,

wo Zorn vertilgt den welschen Tand,

wo jeder Franzmann heißet Feind,

wo jeder Deutsche heißet Freund.

Das soll es sein! das soll es sein!

Das ganze Deutschland soll es sein!

Das ganze Deutschland soll es sein!

O Gott vom Himmel, sieh darein

und gib uns rechten deutschen Mut,

daß wir es lieben treu und gut!

Das soll es sein! Das soll es sein!

Das ganze Deutschland soll es sein!“

Eine lange Erklärung hat unser Turnvater Jahn seinem Werk „Deutsches Volkstum“ vorangestellt und in dieser lese ich ein Stück weiter: https://archive.org/details/deutschesvolksth00jahn

„Einst entstanden so zwei Schriften: „Denkbuch für Deutsche“ (Siehe VIII. 4. f.) und „Volkstum“. Beide sind im unglücklichen Kriege verloren gegangen, und von dem letztern habe ich erst nach der Tilsiter Zeit versucht, eine Art Übersicht, aus dem Gedächtnis wiederherzustellen, die, wenn sie auch allenfalls auf die ehemalige vollständige Ausarbeitung hinweiset – doch nur ein Fachwerk bleibt, und nicht vom Werke selbst, nur von seinem Gerüste. Der Geist entfliegt beim Sterben zuerst; am Längsten überdauert den Tod, das Gerippe. Es sind ausgefischte Bruchstücke von einem Wrack, einzelnes geborgenes Gut. Die Gedankenreihe ist unterbrochen, was ich behalten habe sind nur Überschriften. Ich gebe das Wiedererinnerte, als einzelne Züge zu einem Riß, als einzelne Werke, eckig, nicht abgeglättet, nicht gefeilt, nicht zugerundet. So ist die Sprache, aus einzelnen Empfindungslauten, bald sprudelnd wie ein nachhaltiger Quell, bald stillstehend wie ein bewegungsloses Wasser. Man wird auch nicht abgemessenen Mannsschritt von einem Wanderer verlangen, der über Vergessenes auf dem Wege zurücksinnt. Ich hätte die verlorne Mühe vergessen sein lassen, ich hätte nicht aufs Neue im Schutt der Brandstätte gesucht: Aber es wird ja jetzt überall im Staats- und Völkerwesen gebaut und gestützt. Die noch bestehenden Staaten unterziehen sich einer neuen Begründung, und die lässigen und säumigen werden sie notgedrungen unternehmen müssen. Völker werden äußerlich vertilgt, nach ihrem äußern Verbande vernichtet, ist es da vielleicht nicht des Fragens wert: Ob es nur der Völker Leib ist? ob ihre Seele dabei unzerstörbar bleibt? Und wenn die Antwort Trost gibt, soll man sie dann nicht dem zweifelmütigen Zeitalter hinterbringen? Es gibt einen Mittelzustand, wo man ausgefürchtet zur Furcht, ausgehofft zur Hoffnung hindämmert; sich durch Untätigseinmüssen, durch stummes Warten der Dinge, zur gänzlichen Stumpfheit hinbrütet; in dem leeren Dasein zu einem abgestandenen Wesen sich auslebt. Dann kommen Schreckensträume, stören den Schlaf, verdüstern das Wachen. Und es hat der Mensch eben so gut ein Vorgefühl vom Nochschlimmern, als eine Ahnung vom Einstbessern. Und da mag es gut sein, wenn in diesen Völkernöten jemand hinab sich wagt in die Schattenwelt der Geschichte, dort nach einem Ausweg und Ausgang fragt, und auf ihre Sehersprüche für die Zukunft horcht…“

Die Schlacht auf dem Lechfeld

Die Schlacht auf dem Lechfeld, deren Jahrestag wir heute feiern, beweist einmal mehr die Richtigkeit des Ausspruches von unsrem letzten Kaiser Wilhelm den Zweiten anläßlich des Ausbruchs des Vierjährigen Krieges: https://www.youtube.com/watch?v=NRi0TVCLmGc

„So muß denn das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf! zu den Waffen! Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter sich neu gründeten. Um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens. Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Roß. Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war. Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war!“

Auf dem Lechfeld führte nämlich unser erster Sachsenkaiser und zweiter Reichsgründer Otto der Große unsere deutschen Stämme zum Sieg über die Ungarn, nachdem diese zuvor vereinzelt schwere Niederlage gegen das räuberische Reitervolk erlitten hatten. In der Einheit unserer deutschen Stämme liegt für uns Deutsche also die Hoffnung, während unsere Feinde auf unsere Zwietracht hoffen – so wie der Römer Tacitus:

„Einst lebten die Brukterer in der Nähe der Tenkterer; nun wird erzählt, dass die Chamaver und Angrivarier dort eingewandert seien; die Brukterer wurden vertrieben und von allen benachbarten Stämmen gemeinsam völlig ausgerottet, entweder aus Abscheu über den Hochmut, aus Lust an der Beute oder wegen der uns wohl gesonnenen Götter; denn sie gewährten uns sogar das Schauspiel einer Schlacht. Über 60,000 sind gefallen, nicht durch römische Waffen, sondern, was noch wunderbarer ist, ganz zur Freude unserer Augen. Es mögen bitte bei den Völkern, wenn es schon keine Liebe für uns gibt, so doch der Hass unter den Germanen selbst bleiben und andauern, denn wenn uns das Schicksal des Reiches treibt, kann uns nichts mehr Glück gewähren als die Zwietracht der Feinde untereinander.“

Also, Kinder: Seid einig. Geschlagen wurde die Schlacht auf dem Lechfeld natürlich im Jahre 955 von unserem Kaiser Otto dem Großen. Nachdem die Ungarn – nach ihrer Niederlage bei Riade gegen Heinrich den Vogler – lange Jahre Ruhe gaben, versuchten sie 955 noch einmal ihr Glück; wohl in der Hoffnung die inneren Wirren in unseren alten deutschen Reich auszunützen. Jedoch sammelte Otto der Große umgehend ein Heer und stellte sie bei Augsburg zur Schlacht. Das ungarische Heer wurde gänzlich zerschmettert und dessen Anführer hingerichtet. In der Folge gaben die Ungarn ihr Räuberleben auf und wurden seßhaft und im Gegensatz zu den Polen oder Galliern sogar gute Nachbarn. Das Niedersachsenlied suche ich mir zur Feier der Schlacht aus, da unsere Ottonen bekanntlich aus dem Sachsenland stammen: https://www.youtube.com/watch?v=p4w4-ZuJCbQ

„Von der Weser bis zur Elbe, von dem Harz bis an das Meer,

stehen Niedersachsens Söhne, eine feste Burg und Wehr.

Fest wie unsere Eichen halten alle Zeit wir stand,

wenn Stürme brausen übers Deutsche Vaterland.

Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen,

Heil Herzog Widukind Stamm.

Wo fielen die römischen Schergen? Wo versank die welsche Brut?

In Niedersachsens Bergen, an Niedersachsens Wut.

Wer warf den röm’schen Adler nieder in den Sand?

Wer hielt die Freiheit hoch im Deutschen Vaterland?

Das war’n die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen,

Heil Herzog Widukind Stamm.

Auf blühend roter Heide starben einst vieltausend Mann,

für Niedersachsens Treue traf sie der Franken Bann.

Vieltausend Brüder fielen von des Henkers Hand,

vieltausend Brüder für ihr Niedersachsenland.

Das war’n die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen,

Heil Herzog Widukind Stamm.

Aus der Väter Blut und Wunden wächst der Söhne Heldenmut.

Niedersachsen soll’s bekunden: Für Freiheit, Gut und Blut!

Fest wie unsere Eichen halten alle Zeit wir stand,

wenn Stürme brausen übers Deutsche Vaterland.

Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen,

Heil Herzog Widukind Stamm.“

Was in den alten Chroniken über die Schlacht auf dem Lechfeld geschrieben steht, trug unser Geschichtsforscher Luitpold Brunner in seinem Buch „Die Einfälle der Ungarn in Deutschland bis zur Schlacht auf dem Lechfelde am 10. August des Jahres 955“ zusammen – ich lese euch daraus von der berühmten Rede Ottos des Großen vor der Schlacht an sein Heer vor: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11247358_00068.html

„Es dämmerte der Morgen des 10. August. Das war derselbe, dem Feste des heiligen Laurentius geweihte Tag, an dem vor 48 Jahren am fernen Donaustrande das deutsche Banner zum erstenmale von den Ungarn in den Staub getreten worden war. Wer sähe nicht mehr als bloßen Zufall darin, daß vergleiche Tag die Schmach sühnen und dieses Banner in siegreichem Schwingen über der völligen Niederlage des lange geduldeten Schänders wieder schauen sollte? In der Nacht mochte der Feind alle seine zerstreuten Scharen gesammelt haben, so daß jetzt im Morgenschein dem Blicke vom deutschen Lager aus die Ebene in unübersehbarer Weite von seinen Massen bedeckt erschien. Bangen ergriff den König, da ihm seit dämmernder Frühe die volle Stärke des Feindes schrecklicher, als er’s geahnt, sich zeigte. „Dieses Heer zu besiegen (so sprach er, wie die Vita Sankt Udalrici berichtet), reiche bloß menschliche Kraft nicht aus, da müsse Gott selbst streitend gegen dasselbe sich wenden.“ Und im kindlichen Vertrauen, wie er es jederzeit zur schönsten Zierde seines Lebens genährt, wandte er sich hilfesuchend an den Gott der Heerscharen. Vor Allem söhnte er sich durch aufrichtiges, unter Tränen abgelegtes Sündenbekenntnis mit seinem Heilande aus. Kniend tat er sodann (das meldet Thietmar) das Gelübde, zu Ehren des heiligen Feuerbezwingers, als Patrons dieses Tages, wenn Christus auf seine Fürbitte den Sieg gewähre, ein Bistum in der Stadt Merseburg zu gründen und seinen großen, erst jüngst begonnenen Palast zum Dome ausbauen zu lassen. Hierauf wohnte er der heiligen Messe bei, während welcher er die heilige Kommunion empfing. Endlich sprach er, wie am vorigen Morgen, noch einmal ermutigende, siegverheißende Worte in der Mitte des Heeres. Widukind teilt uns die Rede mit, die Otto gehalten haben soll; in der Hauptsache mag der gut unterrichtete sächsische Chronist den Sinn der königlichen Worte wohl uns bewahrt haben, wenn auch die Form, in der sie uns gegeben, mit sichtlicher Vorlage des Sallustius gefertiget ist. Jedenfalls stehe sie hier als Andenken dieses welthistorischen Tages. Sie lautet: „Daß wir in dieser großen Bedrängnis tapfern Mut beweisen müssen, das seht ihr selbst, meine Mannen, die ihr den Feind nicht in der Ferne, sondern vor euch aufgestellt erblickt. Bis hierher habe ich mit euren rüstigen Armen und stets siegreichen Waffen rühmlich gekämpft und außerhalb meines Bodens und Reiches allenthalben gesiegt, und sollte nun in meinem eigenen Lande und Reiche den Rücken zeigen? An Menge, ich weiß es, über treffen sie uns, aber nicht an Tapferkeit, nicht an Rüstung, denn es ist uns ja hinlänglich bekannt, daß sie zum größten Teile durchaus jeglicher Wehr entbehren und, was für uns der größte Trost ist, der Hilfe Gottes. Ihnen dient zum Schirm lediglich die Kühnheit, uns die Hoffnung auf göttlichen Schutz. Schimpflich wäre es für uns, die Herren fast ganz Europas, jetzt den Feinden uns zu unterwerfen. Lieber wollen wir im Kampfe, wenn unser Ende bevor steht, ruhmvoll sterben, meine Krieger, als den Feinden untertan in Knechtschaft leben, oder gar wie böse Tiere durch den Strick enden. Ich würde mehr sagen, meine Krieger, wenn ich wüßte, daß durch meine Worte die Tapferkeit oder Kühnheit in euren Gemütern erhöht würde. Jetzt laßt uns lieber mit den Schwertern, als mit Worten die Verhandlung beginnen.“ Hierauf ergriff Otto den Schild und die heilige Lanze, das hochverehrte Heiligtum, das einige Nägel vom Kreuze des Herrn barg. So gerüstet an Seele und Leib zog das Heer in Gottes Namen dem Feinde zur Schlacht entgegen. Dieser hatte sich auf die unfruchtbare, wald- und buschlose Ebene zurück, gezogen, die in weiter, mehrere Stunden langer Ausdehnung südlich von Augsburg auf beiden Seiten des Lech sich hinzieht: das Lechfeld. Da, auf der linken, schwäbischen Seite, befand sich sein Lager, wohl nach gewohnter Sitte mit einem Walle von Karren umgeben, und mit der reichen Beute und einer Menge von Gefangenen angefüllt. Vor demselben hielt kampfbereit das Heer. Ist die weite Fläche des Lechfeldes, besonders auf schwäbischer Seite, überhaupt schon vorzüglich passend für das blutige Werk des Krieges, wie schon Liutprand sie bezeichnet, so war sie doch ein vor Allem erwünschtes Kampffeld für die Ungarn, indem sie die volle Anwendung der vorteilhaftesten Manövers derselben, wie des raschen Umreitens und Einschließens, dann des rastlos wechselnden Bedrängens des Feindes gestattete. Aber klug hatte Otto diese gefährliche Kampfweise der Ungarn durch die Trennung seines Heeres in einzelne Legionen, wenn nicht ganz unmöglich, so doch höchst schwierig gemacht. Daß die Ungarn diesmal so kühn den Angriff der Deutschen erwarteten, während sie sonst mit seltener Ausnahme beim Anrücken wohlbewaffneter und geschlossener Reihen in eiliger Flucht sich entfernten, dazu mochte sie nebst der Trefflichkeit des Kampfplatzes und dem Bewußtsein ihrer Übermacht noch das unwiderstehliche Verlangen nach der Eroberung Augsburgs, das sie mit den reichsten Schätzen von nah und fern erfüllt glaubten, jetzt aber nur nach Besiegung des königlichen Heeres überwältigen konnten, veranlassen. Am frühen Morgen begann die Schlacht, um am Abende mit dem vollen herrlichen Siege deutscher Kraft und deutschen Gottvertrauens zu enden. Über den Gang derselben besitzen wir leider keine genaue Aufzeichnung; nur in kurzen und flüchtigen Zügen geben uns Widukind und Thietmar den Verlauf des folgenreichsten aber auch blutigsten Kampfes, und auch die nächsten Chronisten ergänzen das Mangelhafte nicht. Mit Wenigem muß hier des Lesers Wißbegierde sich begnügen; denn jedenfalls ist es besser, das Gewisse in seiner Einfachheit darzustellen, statt sich in eine Menge von Vermutungen und eigenen Kombinationen zu verirren, wobei die Gefahr, das Geschichtliche selbst anzutasten und zu verletzen, so nahe liegt…“

Feldmarschall Ewald von Kleist

Den Geburtstag von unserem Feldmarschall Ewald von Kleist feiern wir Deutschen heute. Im Jahre 1881 wurde er in Braunfels in Hessen geboren. Seine kriegerische Laufbahn begann er 1900 bei unserem deutschen Heer und kämpfte im Vierjährigen Krieg in der Schlacht von Tannenberg und an der Westfront. Mit unserer Eisernen Division trat er im Baltikum dem Wüten des Kommunismus entgegen und tat danach Dienst bei der Reichswehr. Nach dem Sturz der Novemberverbrecher half er beim Aufbau unserer Wehrmacht mit und ging 1938 in den Ruhestand. Als die Landfeinde 1939 den Sechsjährigen Krieg vom Zaun gebrochen haben, wurde unser Feldmarschall von Kleist zurückgerufen und mit der Führung unseres XXII. Armeekorps im Feldzug gegen Polen beauftragt. Beim Feldzug gegen Gallien 1940 erhielt er seine eigene Panzergruppe, deren Aufgabe im Durchbruch durch die Ardennen bestand. Mansteins verwegener Panzerstreich gelangt, Belgien wurde niedergewalzt, Gallien mußte nach sechs Wochen die Waffen strecken und die Engländer wurden bei Dünkirchen ins Meer getrieben. Seine Panzergruppe I führte unser Feldmarschall von Kleist auch ab 1941 im Feldzug gegen Rußland. Er war unserer Heeresgruppe Süd zugeteilt und schlug die Schlachten von Uman, Kiew, Rostow und am Asowschen Meer, bei denen große russische Truppenverbände eingekesselt und aufgerieben worden sind. Zuletzt führte er unsere Heeresgruppe A und wurde 1944 vom Autobahnbauer entlassen… Als geborene Hesse bekommt unser Feldmarschall von Kleist natürlich das Hessenlied: https://www.youtube.com/watch?v=HFGH00Rh4kQ

„Ich kenne ein Land, so reich und so schön,

voll goldener Ähren und Felder.

Dort grünen vom Tal bis zu sonnigen Höhn

dufthauchende dunkele WäIder.

Dort hab ich als Kind an der Mutter Hand

in Blüten und Blumen gesessen.

Grüß Gott dich du Heimat du herrliches Land.

Grüß Gott dich mein liebes Land Hessen.

Vom Main bis zur Weser, zur Werra und Lahn,

ein Land voller duftender Matten.

Dort glänzen die Städte in lenzigem Plan,

die Gassen im ruhigen Schatten.

Dort stand meine Wiege am Fuldastrand,

dort hab ich die Welt oft vergessen,

wenn hoch auf dem Berge fern zeigendem Rand,

ich trunkenen Blickes gesessen.

Den Burgen auf ragenden Höhen meinen Gruß,

den Wäldern im Morgenrotstrahle,

den Strömen, die rings der Gebirge Fuß

wild rauschend umspülen im Tale.

Grüß Gott, wo ich einst an der Mutter Hand

in Blüten und Blumen gesessen.

Grüß Gott dich du Heimat, du herrliches Land.

Herz Deutschlands. mein blühendes Hessen.“

Ein Panzerbuch von unserem Feldmarschall von Kleist gibt es leider nicht zu lesen und so müssen wir uns an unseren Generaloberst Heinz Guderian halten, der viele Schlachten gemeinsam mit unserem Geburtstagskind geschlagen hatte und manchmal seine liebe Mühe mit ihm hatte. So auch beim Vorstoß durch die Ardennen, wo unser Guderian unserem Feldmarschall von Kleist oftmals zu schnell war: https://archive.org/details/heinz-guderian-erinnerungen-eines-soldaten-1960

„Während der Nacht, 10./11. Mai, befahl die vorgesetzte Panzergruppe Kleist, daß die X. Panzerdivision zum Schutze der linken Flanke der Gruppe unverzüglich auf Longwy abzudrehen sei, da französische Kavallerie von dort im Anmarsch gemeldet wurde. Ich bat, von dieser Maßnahme Abstand zu nehmen, da der Fortfall eines Drittels meiner Kampfkraft wegen des möglichen Auftretens feindlicher Kavallerie den Maasübergang und damit das Gelingen der Gesamtoperation gefährden müsse. Um allen Schwierigkeiten vorzubeugen, die bei der merkwürdigen Furcht vor der Kavallerie denkbar waren, setzte ich die X. Panzerdivision auf einen Parallelweg nördlich ihrer bisherigen Marschstraße über Rulles gegen den Semois-Abschnitt Cugnon – Mortehan an und befahl ihr, den Vormarsch fortzusetzen. Die Gefahr des Anhaltens und Abdrehens blieb fürs erste gebannt. Die Panzergruppe hat schließlich darauf verzichtet. Die französische Kavallerie kam nicht. Das Infanterieregiment „Großdeutschland“ wurde abends zur Verfügung des Korps über St. Medard herausgezogen. Das Generalkommando verbrachte die Nacht in Neufchäteau. Am Pfingstsonntag, den 12. Mai, um fünf Uhr, fuhr ich mit meiner Generalsstaffel über Bertrix – Fays-les-Veneurs – Bellevaux nach Bouillon, das um 7.45 Uhr vom Schützenregiment I unter Oberstleutnant Balck angegriffen und schnell genommen wurde. Die Semois-Brücke war von den Franzosen gesprengt, der Fluß aber für Panzer an verschiedenen Stellen durchfurtbar. Die Pioniere der Division begannen alsbald mit dem Bau einer neuen Brücke. Nachdem ich mich von der Zweckmäßigkeit der getroffenen Maßnahmen überzeugt hatte, folgte ich den Panzern durch den Fluß in Richtung Sedan, mußte jedoch wegen Verminung der Straße noch einmal nach Bouillon zurück. Im Südteil der Stadt erlebte ich hierbei den ersten Angriff feindlicher Flieger auf den Brückenschlag der I. Panzerdivision. Die Brückenstelle blieb zum Glück unversehrt. Einige Häuser gerieten in Brand. Ich fuhr nunmehr durch den Wald zur X. Panzerdivision, die den Abschnitt bei Cugnon und Herbeumont überschritten hatte. An deren Vormarschstraße angelangt, wurde ich Augenzeuge des Gefechts der Aufklärungs-Abteilung um die Grenzbefestigungen; dicht hinter der Aufklärung folgten die Schützen, der tapfere Brigadekommandeur, Oberst Fischer, an der Spitze und dann alsbald der Divisionskommandeur, General Schaal. Das flotte Vorgehen der Division unter ihren Offizieren machte den besten Eindruck. Die Wegnahme der im Walde gelegenen Befestigungen gelang in kurzer Zeit; der Vormarsch über la Chapelle auf Bazeilles-Balan wurde fortgesetzt. Ich konnte beruhigt zum Korpsgefechtsstand Bouillon zurückkehren…“